Das rund 400 Quadratmeter große Gebäude umfasst neben der großzügigen Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen auch eine Werkstatt für kleine Reparatur-Arbeiten sowie einen Schulungsraum. Aber auch Umkleiden sowie ein Trocken- und Lagerraum seien Bestandteil des Neubaus. Neben sicheren Verkehrswegen im Gebäude führt der Ortsbrandmeister noch einen weiteren Vorteil an. „Eine große Bereitstellungsfläche vor den Toren ermöglicht eine gute und ungestörte Aufstellung der Fahrzeuge sowie viel Platz für kleine Ausbildungsdienste am Feuerwehrhaus“, sagt Bock.
Der Altbau habe lediglich aus einer Halle bestanden, die eine Kombination aus Fahrzeughalle, Umkleide- und Schulungsraum gewesen sei. Die Toiletten befanden sich noch im Dorfgemeinschaftshaus – diese Bauweise sei vor 45 Jahren noch gängig, doch für gegenwärtige Verhältnisse eher unpraktisch gewesen. „Das alte Feuerwehrhaus entsprach nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften, und es fehlte unter anderem an einer Abgasabsauganlage für das Fahrzeug“, beschreibt Andreas Bock.
Zusätzlich machte sich infolge der Übernahme des Löschgruppenfahrzeugs 2012, des Zuwachses an weiblichen Mitgliedern sowie der Gründung der Kinderfeuerwehr 2016 ein großer Platzmangel bemerkbar. Neben Umkleideräumen für Frauen fehlte auch ein Schulungsraum für theoretische Fort- und Ausbildungen. Diese Probleme sind nun durch den Neubau des Gebäudes gelöst.
„Derzeit warten wir nur noch auf die Möblierung des Schulungs- und Büroraumes sowie auf die Einrichtung der Küche“, erklärt Bock den aktuellen Stand. Die Umkleiden sind für 30 männliche sowie zehn weibliche Einsatzkräfte vorgesehen, während der Schulungsraum Platz für maximal 35 Personen bietet. Zwölf Parkplätze befinden sich zudem auf dem rund 1.200 Quadratmeter großen Grundstück.
Die Kosten von 1,8 Millionen Euro für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Clauen habe die Gemeinde aus ihrem Haushalt finanziert. Die Einweihung des Neubaus habe einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Clauen bedeutet. Eine Vielzahl an interessierten Gästen habe die Chance genutzt, um sich ein Bild des Neubaus zu machen. „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg“, hält Bock fest, „wir hätten nie mit so viel Interesse und Zuspruch an dem Tag gerechnet.“
Seit der Einweihung hätten die Einsatzkräfte in erster Linie Besprechungen und Übungsdienste im neuen Gebäude veranstaltet.
Am Montag, 2. Dezember, soll mit dem lebendigen Adventskalender aber auch die erste externe Feuerwehrveranstaltung gemeinsam mit der Kirchengemeinde Clauen/Bründeln im Gerätehaus stattfinden. „Bei Adventsgebäck, Tee und warmem Saft werden ein paar adventliche Lieder gesungen“, kündigt Bock an. Daneben sollen eine Adventsgeschichte, ein Abschlussgebet sowie lockere Gespräche den Abend abrunden.
Für das alte Feuerwehrhaus gebe es bereits Zukunftspläne: In das Gebäude soll die Kleiderkammer der Gemeindefeuerwehr einziehen, die bisher im Rathauskeller ihren Platz hat. „Der neue Standort der Kleiderkammer verspricht mehr Platz, die dort gelagerte Einsatz- und Dienstbekleidung unterzubringen“, begründet Andreas Bock die Entscheidung. Der Rathauskeller sei dagegen schon seit mehreren Jahren sehr beengt gewesen.
„Durch das neue Feuerwehrhaus haben wir nun auch weitere neue Aufgaben erhalten. Diese gilt es, in Zukunft mit einer starken Ortsfeuerwehr zu bewerkstelligen“, so der Ortsbrandmeister aus Clauen. Dazu gehöre beispielsweise die Vorbereitung auf länger andauernde Stromausfälle. Im Ernstfall würde das Feuerwehrhaus im Rahmen des Leuchtturmkonzeptes für die Bürgerinnen und Bürger Info- und Notfallmeldepunkt werden.
Ein neuer Mannschaftstransportwagen mit Anhänger sei zudem für Einsätze mit Wechselkleidung für Atemschutzgeräteträger ausgestattet. Dadurch werde eine Verschleppung von Giftstoffen aus dem Brandgeschehen beispielsweise in die Fahrzeuge vermieden und die Gesundheit der Kameradinnen und Kameraden geschützt.
Andreas Bock zeigt sich zuversichtlich, dass die Einsatzkräfte die neuen Herausforderungen problemlos bewältigen werden. „Alle Kameradinnen und Kameraden sind stets einsatzbereit, um dem Bürger im Falle einer Notlage zu jeder Zeit möglichst schnell zur Seite zu stehen“, berichtet er aus Erfahrung.