Beide Tarifparteien betonten die konstruktive und lösungsorientierte Gesprächsatmosphäre. Das Ergebnis wurdeerzielt ohne jegliche Warnstreik-Aktivität der Gewerkschaft. „Allen Beteiligten war klar, dass wir mit Augenmaß und Kompromissbereitschaft ein Ergebnis finden müssen“, erklärt Dr. Udo Lange, Geschäftsführer der Weitkowitz GmbH, mit 180 Beschäftigten einer der führenden deutschen Hersteller von Verbindungselementen und Werkzeugen für die Elektro- und Automobilindustrie, den Maschinenbau sowie für den Windkraft- und Bahnanlagenbau.
Ab April können sich die Beschäftigten über Tarifentgelte und eine Arbeitszeitverkürzung auf zunächst 36 Stunden/Woche freuen. Eine weitere Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Stunden folgt ab Januar 2028. Ein neues und transparentes Entgeltsystem wird eingeführt, um den Anspruch „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ Realität werden zu lassen. „Mit den Arbeitsbedingungen erreichen wir ein wettbewerbsfähiges Niveau, das von anderen Industriebetrieben in der Region gewährt wird“, erklärt Jonas Hartjenstein, Betriebsratsvorsitzender der Weitkowitz GmbH. „Die Attraktivität des Standorts in Peine wird dauerhaft erhöht, sowohl für die heutigen Beschäftigten und auch für alle, die künftig auf der Suche nach attraktiven Arbeitsbedingungen in der Industrie sind.“
Dabei waren die Rahmenbedingungen für den Tarifabschluss herausfordernd. Der Automobilzulieferer spürt die Sorgen der Branche. Außerdem bedeutet die Einigung konzernweites Neuland. „Uns war bewusst, dass wir in dem wirtschaftlichen und politischen Kontext keine Maximalforderungen erzwingen können. Dass wir eine Tarifbindung erreicht haben zeigt, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst gehandelt haben“,so Jan Laging, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Salzgitter-Peine.