Nicht umsonst steigen zur kalten Jahreszeit die Zahlen an viralen Infekten und Erkältungen: „Im Winter sind die Bedingungen für die Verbreitung von Viren ideal“, erklärt Dr. Christian Pabst. „Kälte und trockene Luft begünstigen die Stabilität der Viren, und durch die verstärkte Nutzung von beheizten, geschlossenen Räumen wird der Kontakt zwischen Menschen intensiviert“, fügt er hinzu. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt diese Entwicklung: Im Januar wurden im Landkreis Peine 14 Grippefälle registriert, einige davon mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden.
Damit es gar nicht erst so weit kommen muss, empfiehlt Dr. Pabst die jährliche Grippeschutzimpfung, die idealerweise im Herbst durchgeführt wird, bevor die kälteren Monate beginnen und das Ansteckungsrisiko steigt. „Die Grippeimpfung schützt nicht nur vor einer Erkrankung, sondern hilft auch, schwerwiegende Verläufe zu vermeiden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen“, betont der Mediziner. Auch medizinisches Personal sollte sich impfen lassen, da es einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist.
Neben der Grippeschutzimpfung sind aber auch Hygienemaßnahmen entscheidend. Pabst rät daher: Beim Niesen den Ellenbogen statt die Hände zu nutzen, um die Verbreitung von Viren zu minimieren. Regelmäßiges Händewaschen und das Desinfizieren der Hände gehören ebenfalls zu den wirksamsten Mitteln, um eine Ansteckung zu verhindern. „Wer erkrankt ist, sollte beim Verlassen des Hauses einen Mund-Nasen-Schutz tragen, insbesondere in Arztpraxen oder anderen öffentlichen Einrichtungen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern“, ergänzt er.
Ein häufiges Missverständnis ist die Verwechslung zwischen einer Erkältung und einer Grippe. Dr. Pabst erläutert den Unterschied: „Eine Grippe tritt plötzlich auf und ist mit Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Unwohlsein verbunden. Sie verläuft meist deutlich schwerwiegender als eine gewöhnliche Erkältung.“ Eine Erkältung hingegen beginnt schleichend, mit Symptomen wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen, und ist in der Regel weniger schwerwiegend.
Glücklicherweise steht der Frühling kurz bevor, was die Verbreitung von Viren verringern dürfte. Mit mehr Zeit im Freien sinkt auch das Risiko für Infektionen. Dennoch sollte man sich weiterhin vor Erkältungen und Grippe zu schützen.