Wolfsburgs Planetariums-Mitarbeiterin Dr. Julia Lanz-Kröchert erklärt, worum es sich bei dem mysteriösen Himmelskörper handelt: „Die Falcon-9-Rakete von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist kurz zuvor gestartet“, erzählt sie. Die Ostsee-Zeitung berichtete, dass die erste Stufe der Rakete kurz nach dem Start zur Erdoberfläche zurückkehrte, die Oberstufe der Falcon 9 flog hingegen weiter in den Orbit und in einer taumelnden Spirale zurück zur Erde.
Hierbei wurde der restliche Treibstoff in die obere Atmosphäre abgegeben. Nach Angaben von Raumfahrtexperten habe sich der Treibstoff in großer Höhe in Eis verwandelt. Sobald Sonnenlicht darauf trifft, wird es reflektiert und war somit am Montagabend als spiralförmige Wolke sichtbar. In der Region war das leider nur bedingt der Fall: „Wir haben auf dem Dach des Wolfsburger Planetariums eine Kamera, die den Himmel 24 Stunden lang aufnimmt. Unsere Kamera hat leider nichts Erkennbares aufgezeichnet, weil es bewölkt war“, erzählt Lanz-Kröchert.
Auch im Februar wurde bereits ein Leuchtstreifen am Himmel gesichtet, der sich als Weltraumschrott von SpaceX herausstellte. „Das wird wahrscheinlich öfter vorkommen, dass wir etwas am Himmel sehen werden, weil SpaceX vorhat, viele Raketenstufen zu starten und in den Umlauf zu bringen“, so die Expertin.
Das Zurückkehren der Raketenstufen in die Erdatmosphäre kann zunächst Bedenken vor Gefahren auslösen, Lanz-Kröchert kann jedoch entwarnen: „Normalerweise verglühen die Raketenstufen komplett. Letzten Monat wurde jedoch ein Bruchstück gefunden, es hat glücklicherweise niemanden verletzt und auch nichts zerstört. Daher ist es nie ganz auszuschließen, die Gefährdung ist jedoch meistens relativ gering.“