An der Übung haben insgesamt 50 Personen aus der Kreisverwaltung, aber auch von externen Organisationen wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk teilgenommen. „In den vergangenen Jahren hat das Thema Katastrophenschutz aufgrund der weltpolitischen Lage zunehmend an Bedeutung gewonnen. Uns ist es wichtig, regelmäßig mit dem Katastrophenschutzstab verschiedene Szenarien zu üben, um im Ernstfall – der hoffentlich nie eintreten wird – möglichst schnell handlungsfähig zu sein“, erklärt Landrat Henning Heiß (SPD).
Schadensfälle des Alltags haben zwar für die Betroffenen oft katastrophale Auswirkungen, doch handelt es sich dabei nicht um Katastrophen im eigentlichen Sinne. „Erst, wenn durch ein Ereignis erhebliche Sachwerte, die Umwelt oder gar das Leben oder die Gesundheit zahlreicher Menschen gefährdet sind oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung in so hohem Ausmaß gefährdet ist, dass es geboten scheint, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Gefahr unter eine einheitliche Leitung zu stellen, liegt eine Katastrophe im Rechtssinn vor“, macht der Landkreis deutlich.
Über das Vorliegen einer Katastrophe entscheidet grundsätzlich die Untere Katastrophenschutzbehörde, also der Landkreis, der die Feststellung dann über die Medien bekannt gibt.
Mit der Auslösung des Katastrophenalarms wird die gesamte Leitung der Schadensabwehr unter die Führung des Landkreises gestellt. Ab dann entscheidet der Landrat nicht nur über die operativ-taktischen Maßnahmen zur eigentlichen Schadensabwehr und Gefahrenbekämpfung, sondern mit Hilfe des Katastrophenschutzstabs auch über alle dafür administrativ erforderlichen Tätigkeiten.
„Die jüngste Übung hat alle Beteiligten aufgrund der Intensität und des kollegialen Coachings durch die Fachleute des NLBK enorm weitergebracht”, betont Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises, der die Übung begleitet hat. „Sei es bei der Kommunikation untereinander, der Priorisierung von Aufgaben oder der Zusammenarbeit mit externen Fachberatern.“ Die Übung habe aber auch aufgezeigt, dass alle Beteiligten weiter lernen müssten.
Das Feedback der Fachleute des NLBK werde nun in die weiteren Planungen der Unteren Katastrophenschutzbehörde einfließen, so der Landkreis.
Damit die Bevölkerung für einen realen Katastrophenfall gut vorbereitet ist, hat der Landkreis einen Flyer mit Hinweisen zur Vorsorge bei Krisenfällen erstellt. Darin wird empfohlen, womit die Haushalte ausgestattet sein sollten, und wo es im Krisenfall verlässliche Informationen und Hilfe gibt.