„Der Konflikt eskalierte zunächst unter Brüdern, Auslöser war ein privater Streit zwischen einem Realschüler und einem Gymnasiasten, der in die Schule getragen wurde“, sagt Waltermann. Dabei sei es um eine Kleinigkeit gegangen, „etwas, das mit Fußball zu tun hatte“, so der Schulleiter. Mitgemischt hätten bestimmt zehn Schüler. Letztendlich seien Schüler der Haupt- und Realschule und des Gymnasiums am Konflikt beteiligt gewesen.
„Wir wissen sicher, dass darunter vier Realschüler waren. In die Schlägerei involviert seien aber ausschließlich Schüler der Real- und Hauptschule gewesen. Das bestätigt auch Claudia Taylor, Leiterin der Grund- und Hauptschule Groß Ilsede. Der Schulleiter des Gymnasiums, Malte Holthusen, berichtet zu dem Vorfall, dass sich in der Mensa zwar auch Gymnasiasten während des Konflikts aufgehalten hätten, „direkt an der Schlägerei beteiligt war nach meiner Kenntnis aber kein Gymnasiast“.
Nach dem Vorfall wurde Taylor von vielen besorgten Eltern kontaktiert. Sie betont: „Grundschüler waren nicht in den Konflikt involviert und hatten sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Mensa aufgehalten. Sie waren zu keiner Zeit in Gefahr“
Die genauen Umstände sind am Freitag noch nicht gänzlich geklärt. „Wir haben noch am Mittwoch viele Gespräche geführt“, so Gerrit Waltermann, „und natürlich werden wir pädagogische Konsequenzen ziehen“, berichtet der Schulleiter. Doch dafür müsste die Auseinandersetzung genau aufgeklärt werden. Noch wisse man nicht, wer zuerst zugeschlagen habe.
Nach Informationen der Polizei hätten mehrere Jugendliche auf einen einzelnen Schüler eingeschlagen. Es habe sich um Schüler ab dem sechsten Jahrgang gehandelt, die meisten wohl aus den Jahrgängen 9 und 10., ergänzt der Realschulleiter.
Als der Streit in der ersten großen Pause eskalierte, habe eine Lehrkraft per Notruf die Polizei alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt sei der Konflikt noch am Laufen gewesen. Doch die Beamten hätten beim Eintreffen den Streit nicht mehr schlichten müssen. „Lehrer und Schüler konnten die Situation zuvor schon deeskalieren und die Auseinandersetzung beenden“, betont Waltermann, „Lehrkräfte haben die Schüler getrennt.“ Auch Taylor betont, dass die Kollegen aus der Haupt - und der Realschule sofort eingegriffen hätten und die Polizei informiert hätten. Die Beamten habe dann noch die Personalien aufgenommen, so Waltermann. Tatsächlich habe sich die Situation schon „weitgehend erledigt gehabt, bestätigt Peines Polizeisprecher Malte Jansen.
Wie geht es für die Schüler jetzt weiter? „Natürlich war dieser Streit drüber, und natürlich wird es Konsequenzen geben“, betont Gerrit Waltermann, „wir wollen aber nicht jemanden suspendieren, der damit womöglich gar nichts zu tun hatte.“ Auch die Leiterin der Grund- und Hauptschule betont, dass die Ermittlungen derzeit noch laufen. „Wer sich hier bei uns nicht an die Schulregeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen“, so Taylor. Er habe gehört, dass die verletzten Schüler am Freitag nicht am Unterricht teilnahmen, unter ihnen befände sich allerdings kein Realschüler. Die direkt am Streit beteiligten Schüler seien am Mittwoch nach der Auseinandersetzung nach Hause geschickt worden. Waltermann stünde im Austausch mit der Polizei. Per E-Mail habe er die Eltern über den Vorfall in der Mensa informiert.
Die Polizei hatte am Mittwoch sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet, die von fahrlässiger bis hin zu vorsätzlicher und schwerer Körperverletzung reichten. Nach Informationen der Schulleitung sei jedoch kein Schüler schwer verletzt worden. Der Schulleiter spricht von „aufgeplatzten, blutenden Lippen“. Auf Nachfrage bei der Polizei am Freitag berichtet Sprecher Malte Jansen von Körperverletzungsdelikten, was genau passiert sei und wer wie an dem Streit beteiligt gewesen sei, müssten nun die Ermittlungen ergeben. Es seien mehrere Verfahren eingeleitet worden, Schüler wurden als Beschuldigte und Zeugen angehört und werden vorgeladen. Wie lange die Ermittlungsarbeit dazu andauere, sei noch nicht absehbar.
Ähnliche Vorfälle habe es an der Schule noch nicht gegeben, berichtet Gerrit Waltermann, zumindest nicht während seiner Zeit als Schulleiter. „Die Mensa ist allerdings ein Hotspot mit Konfliktpotenzial, da dort alle Schüler aufeinandertreffen. Über Beleidigungen und „Hahnenkämpfe“ hinaus, habe es aber noch keine Vorfälle gegeben.