Müll im Woltorfer Holz
sorgt für Ärger
Ein riesiger Abfallhaufen im Wald löst Empörung aus –
nicht nur bei Peines Ratsmitglied Jörg Zimmermann

Jörg Zimmermann ist sauer: Beim Gassigehen stolperte er im Woltorfer Holz über einen riesigen Müllhaufen.Foto: Jörg Zimmermann
Dungelbeck/Woltorf. Illegal im Wald abgeladener Müll ist kein neues Problem und immer wieder ein Thema im Kreis Peine. Doch ein aktueller Fall im Woltorfer Holz hat die Diskussionen neu entfacht. Peines Ratsmitglied Jörg Zimmermann (SPD) aus Dungelbeck ist fassungslos und berichtet von einer besonders massiven Ablagerung, die er im Waldgebiet zwischen Dungelbeck und Woltorf entdeckt hat. Parallel dazu wurde bei der Polizei in Peine ein weiterer ähnlicher Fall zur Anzeige gebracht.

„Zum wiederholten Mal habe ich im Wald zwischen Dungelbeck und Woltorf verbotene Müllablagerungen entdeckt“, sagt Zimmermann. Besonders empört ihn das Ausmaß des aktuellen Fundes: „Solch eine Müllmenge ist mir noch nie begegnet.“ Neben Hausmüll lagen dort auch einige Autoteile. Für Zimmermann ist das mehr als nur gedankenlose Bequemlichkeit: „Es macht mich wütend und zornig zugleich, wie einige Mitbürger respektlos und verantwortungslos mit Tieren, mit der Natur und mit ihren Mitmenschen umgehen.“

Der betroffene Wald ist Teil des Peiner Herzbergs. Das Gebiet rund um das Woltorfer und Fürstenauer Holz liegt südlich von Peine und wird normalerweise intensiv für idyllische Spaziergänge, Radtouren und zur Naherholung genutzt. Als Müllkippe ist er jedoch völlig ungeeignet.

Zimmermann selbst hat seinen Fund noch nicht zur Anzeige gebracht, fordert aber ein entschlosseneres Vorgehen: „Es wird Zeit, nicht nur den Müll abzufahren, sondern mit detektivischer Arbeit zu versuchen, den Schuldigen zu ermitteln.“ Gerade Autoteile böten doch Ansatzpunkte. Für die Zukunft könne er sich verschärfte Strafen und den Einsatz von Wildtierkameras vorstellen, um Täter zu überführen.

Unabhängig davon bestätigt die Polizei Peine einen weiteren Fall illegaler Müllentsorgung in derselben. Polizeioberkommissar Malte Jansen erklärt: „Zum Jahresende ist uns ein Fall von illegaler Abfallentsorgung zwischen Woltorf und Schmeden-stedt gemeldet worden. Die Kollegen haben eine Anzeige aufgenommen und Ermittlungen eingeleitet.“ Von einer generellen Häufung illegaler Müllablagerung in Peines Waldstücken könne derzeit zwar nicht gesprochen werden, allerdings sei die Polizei bei ihren Ermittlungen stets auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Und: „Wir können nur tätig werden, wenn wir Kenntnis haben“, so Jansen.

Aber wer räumt den Müll denn wieder weg? Wer im Einzelfall zuständig ist, hängt vom Ort der Ablagerung ab. Außerhalb geschlossener Ortschaften ist wie im Woltorfer Holz nach dem Niedersächsischen Abfallgesetz grundsätzlich der Landkreis Peine für die Entsorgung zuständig. Innerhalb der Stadt kann die Verantwortung bei der Kommune liegen. Stadtsprecherin Petra Neumann erläutert, dass die Stadt in solchen Fällen als Grundstückseigentümerin handelt. Der illegal abgeladene Müll im Woltorfer Holz wurde wenige Tage nach dessen Entdeckung auf Kosten des Landkreises abgeholt.

Die Kosten für die Beseitigung trägt ebenfalls erst einmal die öffentliche Hand. Das tut sie so lange, bis ein Verursacher ermittelt werden kann. Dann drohen Bußgelder wegen einer Ordnungswidrigkeit. Auch strafrechtliche Konsequenzen sind für Müllsünder denkbar. „Wenn gefährliche Stoffe entsorgt werden, handelt es sich um eine Straftat“, sagt Polizeisprecher Jansen. Dann drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Jörg Zimmermann will das Thema nun in den Stadtrat tragen und regt unter anderem an, über neue Wege nachzudenken, wie spezielle „Mülldetektive“ oder technische Überwachung.

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