Immer weniger Kinder in Peine

Fortsetzung von Seite 1

die Stadt.

Auch bei den 18 Kitas, die der evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Peiner Land betreibt, ist keine Entspannung der Lage in Sicht. „In der Tendenz und auch nach Rücksprache mit mehreren Kita-Leitungen können wir den Trend zu einer rückläufigen Nachfrage nicht bestätigen“, sagt Dr. Nicole Laskowski, Sprecherin des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Peine. Sollte es einen Rückgang bei den Anmeldezahlen geben, würde dies erst einmal dazu führen, dass Kinder auf den Wartelisten Plätze bekommen würden.

In den Kindertagesstätten der Gemeinde Wendeburg dagegen ist der Geburtenrückgang ein Thema. „Der Rückgang hat zur Folge, dass - mit Ausnahme der Schulkindbetreuung - die Einrichtungen derzeit nicht zu 100 Prozent ausgelastet sind“, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Maik Dederding. Von den rund 691 zur Verfügung stehenden Betreuungsplätzen sind 44 nicht besetzt.

Dies biete allerdings den Vorteil, dass den Betreuungswünschen der Eltern besser entsprochen werden könne, da die Kita-Plätze unterschiedliche Betreuungsumfänge haben. Der bestehende Spielraum ermögliche, noch passgenauer auf die individuellen Bedarfe einzugehen. „Sollte sich die Entwicklung jedoch fortsetzen, wird zu entscheiden sein, ob einzelne Einrichtungen geschlossen werden“, so Dederding. Bereits fix ist die Schließung des Spielkreises in Sophiental: Mangels ausreichender Nachfrage wird der Betrieb mit bislang zwölf Plätzen zum 31. März 2026 eingestellt.

An den Grundschulen wie auch an den weiterführenden Schulen ist der Geburtenrückgang noch nicht angekommen. „Es dauert, bis diese Entwicklung durchschlägt“, sagt SPD-Ratsherr Matthias Wehrmeyer. Von einer Entspannung der Lage könne keine Rede sein, vielmehr gebe es Grundschulen, die völlig überfüllt seien, wie etwa die Grundschule in der Südstadt und die Eichendorff-Schule.

Deshalb gibt es politische Überlegungen, die Schuleinzugsbezirke zu verändern, sodass Grundschulkinder aus dem Stadtgebiet auch Schulen in den Ortsteilen besuchen können. Bis März soll die Stadtverwaltung dazu eine Vorlage erarbeiten.

Ein erster Schritt für die Umverteilung wurde bereits beschlossen: Grundschüler aus Hohenhameln haben ab dem Schuljahr 2027/2028 nicht mehr die Möglichkeit, die Grundschule in Rosenthal zu besuchen, sondern werden in Hohenhameln beschult. „Damit werden etwa 20 Plätze in Rosenthal frei“, sagt Wehrmeyer.

Schließungen von kleinen und in die Jahre gekommenen Dorfschulen spielen im Hinblick auf den Geburtenrückgang noch keine Rolle. Wohl aber neue Anforderungen wie der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. „Das geht nur in größeren Einheiten“, so der SPD-Politiker. So entsteht für 16,2 Millionen Euro in Schmedenstedt ein Erweiterungsbau der Grundschule, die künftig auch Woltorfer Kinder besuchen werden. Die alte Grundschule in Woltorf, die sich in einem baulich schlechten Zustand befindet, wird geschlossen.

Auch für die weiterführenden Schulen könnte es auf eine Neufassung der Einzugsbereiche hinauslaufen. Eine neue Schulentwicklungsplanung ist in Arbeit. Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltungs- und Kreistagsmitgliedern ist damit befasst, zudem soll eine externe Firma daran mitwirken.

Denn Fakt ist: Die beiden Gymnasien im Stadtgebiet wie auch die Integrierten Gesamtschulen in Vöhrum und in Lengede sind überlaufen. Platzprobleme gibt es auch am Gymnasium Groß Ilsede: Denn viele Eltern wollen ihre Kinder auf ein Gymnasium schicken.

Könnte also ein fünftes Gymnasium die Lage entspannen? Darüber soll der Schulentwicklungsplan Auskunft geben. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei dann auch die Frage, ob ein Neubau finanzierbar und angesichts rückläufiger Geburtenraten überhaupt nötig sein wird.

Druckansicht