„Die Resonanz war einfach zu gering“, begründet Horneffer seine Entscheidung, das Fest
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aufzugeben. Sobald eine Veranstaltung Eintritt koste, werde es problematisch, berichtet der Gastwirt von seinen Erfahrungen. Die Entscheidung, das Härke-Hoffest nicht mehr stattfinden zu lassen, sei gemeinsam getroffen worden, teilte eine Sprecherin im Namen von Einbecker mit.
Schon bevor er das Hoffest übernommen habe, hätten die Veranstalter draufzahlen müssen. „Ich kann das nicht aus Jux und Dollerei machen”, erklärt er. Dass es das Eulenfest oder auch das Kneipenfestival „Honky Tonk” nicht mehr gebe, habe seinen Grund. „Die Leute sind nicht bereit, das Geld für eine Veranstaltung hier vor ihrer Haustür auszugeben.“ Das zeige sich auch beim Freischießen. „Inzwischen gibt es Lücken in den Rängen, auch dieses Fest hat Gäste verloren“, so Horneffer. Einzig das Highland Gathering, das große Schottenfest, verzeichne Zuwachs. „Aber das sind nicht die Peiner, die da kommen, sondern Gäste von außerhalb.“
Dass sich ausgerechnet das Weinfest als Publikumsmagnet in der Fuhsestadt erwiesen habe, wundert Horneffer. „Für mich ist Peine immer noch eine Bierstadt.“ Er bedauert, dass das Härke Hoffest Geschichte ist. Aber: „Wir werden den Härke-Hof weiterbespielen“, kündigt er an. Ein erster Schritt sei der Kohlball am vergangenen Samstag im Härke Braustübchen.
Bei Peine Markting bedauert man das Ende der Traditionsveranstaltung: „Die Eventbranche befindet sich seit Jahren im Wandel“, sagt Geschäftsführerin Anja Barlen-Herbig. Natürlich sei es schade, wenn eine Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden könne, aber „die Veranstalter werden mit Sicherheit nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung haben.“
Doch warum funktionieren solche Veranstaltungen nicht mehr? „Generell sind die Herausforderungen bei der Planung und Ausrichtung von Veranstaltungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, weiß Barlen-Herbig. Dazu zählten unter anderem höhere Sicherheitsanforderungen, steigende Kosten für Infrastruktur, Technik und Personal sowie wachsender organisatorischer Aufwand und ein verändertes Freizeit- und Besucherverhalten der Menschen.
Neue Veranstaltungsformate für neue Zielgruppen: Daran arbeite Peine Marketing permanent. Außerdem geht es darum, die Innenstadt durch verschiedene Angebote attraktiver zu machen. „Wir setzen bewusst immer mal wieder auf neue Impulse, unterschiedliche Zielgruppen und zeitgemäße Veranstaltungsformate für die Innenstadt”, so Barlen-Herbig. Andere beliebte Großveranstaltungen seien ihres Wissens derzeit aber nicht gefährdet.
Neben dem Kohlball richtet Horneffer in diesem Jahr wieder die „Brauerei in Flammen“ am Ostersonntag, 5. April, auf dem Härke-Hof aus. Am Donnerstag, 30. April, folgt der Tanz in den Mai im Härke Braustübchen. Einen Tag später, am Freitag, 1. Mai, wird am Eixer See dann die Biergartensaison mit Spanferkel und der Owl Town Pipe and Drum Band eröffnet. Außerdem gibt es am 22. Juli eine Malle-Party am Eixer See und im August ein großes Open-Air-Dartturnier auf dem Härke-Hof mit anschließender Party.
Im Internet war nach der Bekanntgabe des Endes der Veranstaltung unter Horneffers Feder viel diskutiert worden. Während es die einen als „logische Konsequenz“ nach dem Ende der Brauerei Härke sahen, kritisierten andere Preise und Qualität der Veranstaltung. Vor allem aber herrschte eins vor: großes Bedauern über das Aus für das Härke Hoffest.