Geht das? Stilvoll sparen
bei der Hochzeitskleidung

Wer ein Brautkleid sucht, hat die Qual der Wahl - auch bei der Frage: Online kaufen oder im stationären Handel? Foto: Hauke-Christian Dittrich

Location, Kleid und Co.: Die Hochzeit gehört für manche Paare zu den teuersten Tagen ihres Lebens. Doch beim Outfit kann man sparen. Etwa, indem man sich abseits der klassischen Brautmodenangebote umsieht. 

Denn: „Oft wird Kleidung teurer, sobald sie das Label Hochzeit trägt“, sagt Stilberaterin Dunja Heß. Wer stattdessen nach festlicher Kleidung in Weiß- oder Cremetönen sucht, werde etwa in Abend- oder Businessabteilungen häufig ebenfalls fündig. Und das oft zu niedrigeren Preisen. 

Zudem lohne es sich, zu Accessoires zu greifen, von denen man nicht nur an einem einzigen Tag etwas hat. Schuhe oder Schmuck, die sich später im Alltag weiter tragen lassen, verbessern das sogenannte „Cost-per-Wear“ – also die Kosten, die pro Tragen des Kleidungsstücks anfallen.

Eine oft unterschätzte Alternative sind Doris Nothnagel zufolge sogenannte Sample Sales. Wenn Brautmodengeschäfte ihre Kollektionen wechseln, verkaufen sie Ausstellungsstücke häufig deutlich günstiger. „Da kann man hochwertige Kleider zu einem reduzierten Preis bekommen“, sagt Nothnagel, die einen Podcast rund ums Brautkleid hostet und eine Brautmoden-Boutique in Stuttgart betreibt.

Auch ein Blick auf kleinere Geschäfte kann sich ihr zufolge lohnen. Boutiquen außerhalb teurer Innenstadtlagen hätten häufig niedrigere Preise für vergleichbare Modelle, weil die laufenden Kosten geringer seien. 

Beim Onlinekauf rät Stilberaterin Heß zu genauer Vorbereitung. Käuferinnen sollten Materialangaben prüfen und Größentabellen vergleichen. Achten Sie außerdem darauf, welche Konditionen es für eine etwaige Rückgabe gibt. Und: Planen Sie Änderungen ein. Kürzen oder enger machen sei meist problemlos möglich, sagt Heß. Schwieriger werde es dagegen, ein Kleid deutlich zu erweitern, dafür fehle oft der nötige Stoff.

Das sollte man übrigens auch dann beachten, wenn man Brautmode Secondhand kauft. Viele gebrauchte Kleider sind bereits auf eine andere Braut angepasst und anschließend gereinigt worden. „Weitere Änderungen können die Ersparnis schnell relativieren“, so Nothnagel. Außerdem habe die hohe Nachfrage nach Secondhand-Brautkleidern in den vergangenen Jahren die Preise steigen lassen.

Grundsätzlich empfiehlt Doris Nothnagel, beim Kauf auch an die Zeit nach der Hochzeit zu denken. Idealerweise lasse sich das Outfit mit kleinen Änderungen später noch einmal tragen. Das schone nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Ressourcen.

Sparpotenzial gibt es übrigens auch beim Bräutigam. Statt eines komplett neuen Outfits lässt sich etwa ein vorhandener Anzug mit Weste, Krawatte oder anderen Accessoires festlicher gestalten. Alternativ können reduzierte Modelle aus Vorjahreskollektionen eine Option sein. (dpa)

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