Was kann Künstliche Intelligenz (KI) im Hinblick auf Steuern wirklich? Das wollte Prof. Claus Koss, Dozent an der Fakultät Business and Management der OTH Regensburg, herausfinden und hat einen frei verfügbaren Chatbot auf seine Klausur in den Fächern Bilanzierung und Steuerrecht losgelassen. Das Ergebnis: ernüchternd.
Nicht nur, dass der Chatbot für die Beantwortung der Klausur mit rund zwei Stunden mindestens eine halbe Stunde länger gebraucht habe als die Studierenden. Koss habe zudem auch immer wieder nachfragen müssen, um der Maschine klare Antworten zu entlocken.
Immerhin: Standardfragen und typische Fangfragen habe das System zuverlässig bewältigt. Sobald ein Steuerfall allerdings ganzheitlich zu beurteilen war, habe sich ein anderes Bild gezeigt. Dann ist der Professor nach eigenen Angaben ohne weitere Nachfragen nicht zu einer sachgerechten Lösung gekommen. Mehr noch: Ohne die Nachfragen wären die Ergebnisse zudem fehlerhaft gewesen.
Koss ist davon überzeugt, dass sich die Ergebnisse seines KI-Praxistests eins zu eins auf die Realität übertragen lassen. Auch bei der Erstellung der eigenen Steuererklärung sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich daher keineswegs blind auf eine KI verlassen. (dpa)