Neues Zuhause für Jonny
Dreibeiniger Mischling hat keine einfache Vergangenheit

Jürgen Klein und Tanja Gumpert mit Jonny.Foto: Sebastian Preuß
Peine. Jonny ist sechs Jahre alt und ein aufgeweckter kleiner Bursche. Der Malteser-Pudel-Mischling, auch Maltipoo genannt, lebt seit einiger Zeit bei Tanja Gumpert und ihrem Lebensgefährten Jürgen Klein in Neudorf-Platendorf. Vorher war der Hund im Tierheim Peine untergebracht. Jonny hat ein auffälliges Handicap, denn ihm fehlt ein Vorderbein – trotzdem legt er ein beachtliches Lauftempo an den Tag und hält seine Besitzer ordentlich auf Trab.

„Wir hatten vor Jonny eine Hündin, einen Dackel-Schäferhund-Mix. Leider bekam sie Krebs und musste eingeschläfert werden“, erzählt Jürgen Klein. Das war im vergangenen Jahr. „Danach wollten wir eigentlich erst einmal keinen Hund mehr haben“, fügt Tanja Gumpert hinzu. Dann sei der Wunsch nach einem Haustier bei dem Paar aber doch groß geworden.

Umgesehen hätten sich die beiden zunächst im Tierheim Ribbesbüttel. „Dort wurden wir aber nicht fündig“, schildert Gumpert. Bei einer Online-Suche stieß sie schließlich auf das Tierheim in Peine, das rund 50 Kilometer vom Wohnort des Paares entfernt liegt. Die 58-Jährige und ihr 65-jähriger Lebensgefährte unternahmen einen Ausflug dorthin. „Da fiel uns dieser Knabe auf“, sagt Gumpert und zeigt lächelnd auf Jonny. „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Sofort mitnehmen konnten die Neudorf-Platendorfer den Hund aber nicht. Denn es werde seitens des Tierheims ganz genau geprüft, ob die Chemie mit den potenziellen neuen Besitzern auch passt, erklärt Klein. Viermal habe das Paar nach Peine fahren müssen, umgekehrt seien Mitarbeitende des Tierheims nach Neudorf-Platendorf gekommen, um zu schauen, wie denn das neue Zuhause von Jonny aussehen würde. „Schließlich hieß es, dass wir ihn abholen können“, sagt der 65-Jährige.

Ursprünglich kommt Jonny aus Bulgarien. Die Vorbesitzer hätten ihn von dort nach Deutschland geholt. Aber irgendwann habe sich das Pärchen getrennt, der Mischling wurde zum „Scheidungskind“ und habe bei keinem der beiden Vorbesitzer bleiben können - woraufhin er im Tierheim gelandet sei. Das vierte Bein habe dem Hund zu dem Zeitpunkt längst gefehlt. „Er hatte einen Abszess an der Pfote“, erklärt Gumpert. Man habe das Vorderbein nicht retten können, ein Tierarzt in Deutschland habe es abnehmen müssen.

„Aber davon abgesehen ist Jonny kerngesund“, sagt die 58-Jährige. Großartig einschränken würde es den Hund auch nicht, dass er kein Vierbeiner mehr ist.

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