Dachstuhlbrand: Junge Frau steht vor dem Nichts
Die Krankenschwester arbeitete zum Zeitpunkt
des Feuers im Peiner Klinikum: Sie hat alles verloren

Bei dem Dachstuhlbrand wurde auch die Wohnung einer jungen Mitarbeiterin des Peiner Klinikums zerstört. Sie bittet um Spenden.Foto: Ralf Büchler
Peine. Nach dem tödlichen Dachstuhlbrand am Pulverturmwall in Peine werden weitere Folgen der nächtlichen Katastrophe sichtbar. Besonders tragisch ging das Feuer für den 27-jährigen Nico M. aus, der ums Leben kam. Doch auch eine Nachbarin hat es schwer getroffen: Sie verlor nahezu ihr gesamtes Hab und Gut. Für die junge Frau läuft inzwischen ebenfalls eine Spendenaktion. Gleichzeitig verzögern sich die Ermittlungen zur Brandursache.

Das Feuer war am frühen Freitagmorgen, 1. Mai, im Dachstuhl des Fachwerkhauses ausgebrochen. Die Flammen griffen rasch um sich, mehr als 120 Einsatzkräfte waren im Einsatz. 16 Menschen mussten evakuiert werden. Für Nico M. kam jede Hilfe zu spät: Er wurde zwar zunächst gerettet und reanimiert, starb jedoch wenig später im Krankenhaus. Die Anteilnahme in der Stadt ist seitdem groß.

Inzwischen ist klar, dass nicht nur die Wohnung des Verstorbenen zerstört wurde. Auch die direkt angrenzende Dachgeschosswohnung ist nach dem Brand unbewohnbar. Dort lebte Katharina J., die zum Zeitpunkt des Feuers im Nachtdienst auf der Intensivstation eines Klinikums Peine arbeitete. Sie blieb glücklicherweise körperlich unverletzt, doch das Haus, in dem sie wohnte, wurde schwer beschädigt und ist derzeit nicht zugänglich.

„Alles, was ihr geblieben ist, sind zwei blaue Säcke mit den wichtigsten Unterlagen“, heißt es in dem Spendenaufruf auf der Internetplattform GoFundMe. Katharina J. habe „so gut wie alle ihre Sachen verloren“ und stehe nun vor dem Nichts.

Neben der emotionalen Belastung müsse sie ihren Alltag komplett neu organisieren. Gesucht wird Unterstützung unter anderem für eine neue Wohnung, Kleidung, Möbel und wichtige Alltagsgegenstände. Das Spendenziel liegt in diesem Fall bei 7.500 Euro. Zumindest positiv für die junge Frau: Ein Großteil der Summe ist bereits erreicht.

Die Brandursache ist weiterhin unklar. Die Ermittler müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden: Anders als zunächst angekündigt, können die Experten das Gebäude frühestens ab Mittwoch betreten.

Grund dafür ist die Statik des Fachwerkhauses: Bei dem Löscheinsatz wurden große Mengen Wasser eingesetzt, um den brennenden Dachstuhl zu löschen. „Das Gebäude besteht aus Holz und Lehm. Der Lehm kann sich durch die Feuchtigkeit stark verändern und die Stabilität beeinträchtigen“, erläutert Timm Wiesemann, Sprecher der Peiner Feuerwehr. Erst wenn die Statik überprüft und das Haus gesichert ist, können die Ermittlungen zur Ursache des Feuers beginnen.

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