Vandalismus an Vechelder Schule: Schadenersatz-Frage zieht sich
Schüler verursachten im Juni rund 100.000 Euro Schaden – Landkreis kann erst nach Ermittlungsabschluss weitere Schritte einleiten

Mehrere Räume im Schulgebäude wurden im Sommer verwüstet.Foto: Landkreis Peine
Vechelde. Zerstörtes Inventar, vermüllte Räume, überschwemmte Flure und verfassungswidrige Symbole an die Wände geschmiert: Am Julius-Spiegelberg-Gymnasium in Vechelde ist es im Sommer zu einem schweren Fall von Vandalismus gekommen. Mehrere Schüler haben die Tat gestanden, derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Hildesheim in dem Fall. Im Raum steht zudem die Frage, ob Schadensersatzansprüche gegen die Eltern der Kinder geltend gemacht werden können. Bis das geklärt werden kann, wird aber noch ein wenig Zeit vergehen.

Ereignet hat sich der Vandalismus-Fall im Zeitraum zwischen Samstag, 27. Juni, und Sonntag, 28. Juni. Laut Schilderungen der Polizei drangen die Täter gewaltsam in das Schulgebäude ein. Sie verstopften Waschbecken im Obergeschoss, drehten das Wasser auf und verursachten dadurch eine Überschwemmung. Das Wasser lief bis ins Erdgeschoss.

Außerdem zerstörten die Täter Schulinventar, sie beschädigten Wände und Fußböden, verteilten Müll sowie Fäkalien. Mehrere Bereiche wurden mit Schmierereien verunstaltet, zum Teil mit verfassungsfeindlichen Symbolen wie Hakenkreuzen. Angesichts dessen wurde auch der Staatsschutz bei den Ermittlungen eingeschaltet. Den entstandenen Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 100.000 Euro.

Der Landkreis Peine als Schulträger ließ die schlimmsten Schäden durch Fachfirmen schnell beseitigen, denn das Schulgebäude war so verwüstet, dass kein Unterricht stattfinden konnte. Nach einigen Tagen war dies wieder möglich. Über Wochen hinweg mussten die Böden getrocknet werden, intensive Reinigungen waren ebenfalls nötig. Die letzten noch ausstehenden Arbeiten würden derzeit während der Herbstferien erledigt, sagt Fabian Laaß, Sprecher der Kreisverwaltung. Zum Schulstart am 26. Oktober soll alles abgeschlossen sein.

Hingegen nicht abgeschlossen seien die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig, teilt Sprecher Christian Wolters auf Nachfrage mit. „Tatverdächtig sind strafunmündige Kinder“, sagt er. Mehrere Schüler im Alter von unter 14 Jahren hatten die Tat bereits eingeräumt. Nach deutschem Recht können sie nicht strafrechtlich verurteilt werden. Was nicht ausschließt, dass sie später einmal Schadenersatz für die angerichteten Schäden leisten müssen. Wolters rechnet damit, dass die Ermittlungen Mitte November abgeschlossen sein könnten. Erst dann sei es der Staatsanwaltschaft möglich, weitere Details zu dem Fall zu nennen.

Genau dieser Punkt betrifft auch den Landkreis Peine als Schulträger. Denn dieser muss zunächst selbst für die Beseitigung der Schäden am Julius-Spiegelberg-Gymnasium aufkommen. Das kann unter Umständen zwar über die Versicherung gedeckt sein, doch diese könnte Regressansprüche an die Verursacher oder deren Eltern stellen. Der Landkreis hatte bereits angekündigt, den Haftungsweg über die Eltern prüfen zu lassen.

Im Hinblick darauf und die Versicherung sei aber noch nichts geklärt, sagt Laaß. „Das ist während des laufenden Verfahrens der Staatsanwaltschaft nicht möglich. Ehe das nicht abgeschlossen ist, dürfen wir nicht tätig werden.“ Akteneinsicht habe die Verwaltung allerdings beantragt.

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