Die Idee für diese ungewöhnliche Zusammenarbeit entstand an einem sehr heißen Sommertag, als die Beteiligten vermutlich die kühleren Monate herbeisehnten. „Es folgten viel Gespräche und Planungen“, erzählt Andreas Höver, Geschäftsführer der Bäckerei Seidel. Auch das Ortsteam St. Jakobi war sofort Feuer und Flamme, denn der Christstollen ist ein zutiefst christliches Symbol. So wurde aus der anfänglichen Idee ein handfester Plan.
Der Startschuss fiel dann am 7. Oktober. Die Früchte, die als Füllung genutzt werden, wurden in Rum eingelegt. Einen Tag später konnte der Christstollen gebacken werden. 24 Stunden durfte der Stollen abkühlen und wurde dann in Alufolie verpackt, damit er nicht austrocknet.
Nun wanderten insgesamt 140 Christstollen am Dienstag, den 20. Oktober, in den Keller der St.-Jakobi-Kirche. Bäckermeister im Ruhestand Peter Schridde erklärt, warum der Prozess so lange dauert: „Der Stollen braucht einfach Zeit, um zu reifen und damit sich die Aromen richtig entfalten können. Das ist viel Arbeit, aber es dieses Handwerk lohnt sich.“
Im Keller der St.-Jakobi-Kirche herrschen für die Reifezeit ideale Bedingungen. Schridde: „Es ist nicht zu kalt und nicht zu heiß, und die Temperatur bleibt konstant.“ Die Pastorin Anja Jäkel erkennt in dem Stollen sogar etwas Religiöses: „Die besondere Form erinnert an das Jesuskind, das Weihnachten zur Welt kommt, und als Baby in Windeln gewickelt ist.“
Zudem sind rund um die Stollen einige Aktionen geplant. Michael Glawion, Superintendent im Kirchenkreis Peine, besucht das Weihnachtsgebäck nach dem Gottesdienst zum Reformationstag. Am Mittwoch, 11. November, zwischen 15 Uhr und 17 Uhr bekommt die Öffentlichkeit die Möglichkeit, die eingelagerten Stollen im Keller der Kirche zu begutachten.
Am Samstag, 28. November, vor dem ersten Advent werden dann die ersten Stollen angeschnitten und können vor dem Café Mitte ab 15.30 Uhr verköstigt werden. Am selben Tag gehen die restlichen der 140 Stollen in der Hauptfiliale der Bäckerei Seidel in der Woltorfer Straße 99 in den Verkauf. Ein Teil des Gesamterlöses geht als Spende zurück zum Ortsteam der Jakobi-Kirche und wird dort für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verwendet.
Wenn es nach den Beteiligten geht, soll der Christstollen aus dem Kirchenkeller zu einem jährlichen Ritual werden. Auch Pastorin Jäkel freut sich: „Am Ende freuen sich drei Seiten: Die Bäckerei Seidel, wir als Kirche und die Menschen, die den Stollen am Ende essen dürfen.“