Nach seinem Masterstudium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster-Hiltrup durchlief Sven Jürgensen bereits mehrere Stationen in der Polizeidirektion. So leitete er von 2019 bis 2022 den Einsatzbereich in der Polizeiinspektion Goslar. Anschließend war er bis Dezember 2023 mit der Führung des Dezernats 01 für zentrale Aufgaben in der Polizeidirektion Braunschweig betraut. Dieses Dezernat ist unter anderem für Strategie, Organisation, Controlling sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
In dieser Zeit war er als Dezernatsleiter nah dran am Geschehen rund um die Fußball-Derbys zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Er plante die Einsätze gegen gewalttätige Fans mit. In einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte Sven Jürgensen im Jahr 2023: „Wir konzentrieren uns an solchen Tagen besonders auf die Risikofanszene, weil von denjenigen Handlungen ausgehen, die wir nicht hinnehmen können und wollen.“ Um deeskalierend einzuwirken hatte für ihn bei solchen Risiko-Spielen die Fantrennung oberste Priorität.
Im Polizeikommissariat Bundesautobahn Braunschweig sammelte der Polizeioberrat ab Januar 2024 weitreichende Erfahrungen in der Leitung eines Polizeikommissariats. Zuletzt übernahm Jürgensen kommissarisch die Leitung des Dezernats für Wirtschaftsangelegenheiten in der Polizeidirektion Braunschweig. Mit dem Wechsel nach Peine steht dem erfahrenen Beamten nun zum zweiten Mal die Leitung eines Polizeikommissariats bevor.
Zum Amtseintritt von Sven Jürgensen sagt Thomas Ring, Polizeipräsident der Polizeidirektion Braunschweig: „Mit Herrn Jürgensen übernimmt eine erfahrene Führungskraft die Leitung des Polizeikommissariats Peine, die bereits in unterschiedlichen Funktionen Verantwortung getragen hat. Ich bin überzeugt, dass er an seine bisherige erfolgreiche Arbeit anknüpfen und das Polizeikommissariat Peine mit großem Engagement und einem klaren Blick für die Anforderungen an eine moderne und digitale Polizei führen wird. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm viel Erfolg.“
Auch bei der bisherigen Kommissariats-Leiterin Julia Semper bedankt sich Polizeipräsident Thomas Ring: „Frau Semper hat sich in ihrer Heimat Peine mit voller Hingabe für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt. Dafür gebührt ihr Dank und Anerkennung.“ Es sei etwas ganz Besonderes, für die Menschen seiner Heimatregion politische Verantwortung zu übernehmen, hob Ring hervor. Für diese neue Herausforderung wünschte er ihr abschließend „viel Erfolg und alles Gute“.
Auf den neuen Polizeichef mit zwei goldfarbenen Sternen auf den Schulterklappen warten in Peine große Aufgaben: Die Sanierung des maroden Polizeigebäudes an der Schäferstraße steht bevor, die Clan-Kriminalität bleibt trotz rückläufiger Straftaten ein Problem, und das Sicherheitsgefühl der Bürger steht weiter im Fokus.
Auch wenn die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen ist, hatte seine Amtsvorgängerin Julia Semper, ihren Schwerpunkt auf die Präventionsarbeit mit dieser Altersgruppe gelegt. Bleibt abzuwarten, in welchem Bereich Sven Jürgensen den dringendsten Handlungsbedarf sieht.