Abschied mit Horn, Klavier und Arien
Jubiläumskonzerte im Vöhrumhaus No. 5 läuten nach fünf Jahrzehnten einen Generationenwechsel ein

Bis auf den letzten Platz gefüllter Saal: Der Andrang beim Jubiläumskonzert des Trios "Vier Hände – ein Horn" im Vöhrumhaus war groß.Foto: Eike Bruns
Vöhrum. Mit zwei Jubiläumskonzerten hat Heidi Spenke ihre aktive Leitung des Vöhrumhauses No. 5 beendet. Die Gründerin der Kammermusikreihe Vöhrum stand jetzt ein letztes Mal gemeinsam mit ihrem Team in ihrer langjährigen Funktion als Gastgeberin vor dem Publikum. Die Reihe feiert aktuell ihr 50-jähriges Bestehen.

Bereits an zwei Konzertwochenenden im Frühjahr und im Sommer war das Jubiläum musikalisch gewürdigt worden. Die Konzerte im Oktober bildeten nun den endgültigen Abschluss. Nach Angaben der Veranstalter verbanden sie den Rückblick auf fünf Jahrzehnte musikalischer Tradition mit einem Ausblick auf die Zukunft des Hauses und markieren zugleich einen Generationenwechsel.

Über Jahrzehnte hat Heidi Spenke das kulturelle Leben in Vöhrum mit ihren Konzerten geprägt und einen Ort geschaffen, „an dem Musik, Kunst, Kultur und Begegnung ihren festen Platz haben“. Nun übergibt sie die Verantwortung an die nächste Generation: Der Heimat- und Kulturverein Vöhrum-Eixe-Landwehr übernimmt die Trägerschaft und sichert damit den Fortbestand des Hauses. Ziel ist es, das Vöhrumhaus No. 5 als lebendigen Kulturort in der Mitte Vöhrums und weit über die Landkreisgrenzen hinaus zu erhalten und gezielt weiterzuentwickeln. Das Haus soll aber auch weiterhin ein ein Aufführungsort für klassische Musik bleiben.

Den Auftakt des Wochenendes machte am Samstag das Trio „Vier Hände – Ein Horn“ aus Halle und Luxemburg. Hioso und Jan-Christoph Homann spielten Klavier, zeitweise vierhändig, Jannik Neß ergänzte die Stücke am Horn. Manche Stücke erklangen mit, andere ohne Hornbegleitung. Das Programm reichte von klassischen Werken von Sergei Rachmaninov, Richard und Franz Strauss, Camille Saint-Saëns, Johannes Brahms, Robert Schumann und Aram Chatschaturjan bis zu Pop, Rock und ruhigen Balladen von Zeitgenossen aus der U-Musik wie Cat Stevens, Stevie Wonder, Billy Joel und Queen. Zu hören waren unter anderem „Sonnenaufgang“, „Kinderszenen“, „Walzer“, „Romance“, „Father and Son“, „Wiegenlied/Lullabye“ und „Don’t Stop Me Now“.

Der Konzertraum war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Beifall bei den Musikern, die sich mit Zugaben revanchierten. Darunter fand sich auch der für die Besetzung des Trios leicht abgewandelte Titel „Cello“ von Udo Lindenberg, in dem statt des Cellos das Horn zum auserwählten Instrument des Titels umfunktioniert wurde.

Am Sonntag folgte um 12 Uhr eine Matinee als Operngala unter der Leitung von Professorin Raminta Lampsatis, die selbst am Klavier saß. Gemeinsam mit ihr traten Tenor Nerijus Noreika, die Sopranistin Julija Karaliūnaitė, die Mezzosopranistin Maggie Pauline Gonthier, die Koloratursopranistin Aija Jermaloviča und die Flötistin Jocelyne Fillion-Kelch auf. Auf dem Programm standen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Wagner, Richard Strauss, Camille Saint-Saëns und Giuseppe Verdi.

Dem Förderkreis des Vöhrumhauses No. 5 ist es nach eigenen Angaben ein Anliegen, dass Musikinteressierte ebenso wie Künstlerinnen und Künstler im Haus einen Ort des gemeinsamen Austauschs finden. Die Veranstaltungen sind öffentlich, jeder ist willkommen. Der Eintritt war wie immer frei, um eine freiwillige Spende für die Künstler wurde gebeten.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.voehrum-online.de/voehrumhaus-no5.
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