Vielerorts wurden Amphibienzäune von Ehrenamtlichen des NABU, von anderer Naturschutzorganisationen oder auch den Gemeinden errichtet, aber es stehen nicht überall die rettenden Zäune, die die Tiere in Auffangeimer führen, um sie darin dann sicher über die Straßen bringen zu können. Aufgrund des Starken Frostes war es teilweise nicht möglich, die Zäune in Südost-Niedersachsen überall rechtzeitig aufzustellen.
„Deswegen ist es wichtig, vor allem nachts und in der Dämmerung vorsichtig zu fahren. In Bereichen mit Amphibien-Hinweisschildern sollte möglichst Schritttempo eingehalten werden“, betont Ralf Berkhan. Besonders gravierend wäre der Verlust von Weibchen: „Eine Laichschnur enthält bis zu 4.000 Eier. Jedes Weibchen, das überfahren wird, bedeutet den Ausfall einer ganzen Generation.“
Auch ehemals häufige Arten wie Erdkröte oder Grasfrosch sind in den letzten Jahren deutlich in ihren Beständen zurückgegangen. Grund dafür ist die Trockenheit, die zu einem Mangel an Laichgewässern, aber auch zu Nahrungsmangel geführt hat. Auch Umweltgifte, die die Tiere in großen Mengen über die Haut aufnehmen, lassen die Bestände schrumpfen. „Um dies besser belegen zu können, sind wir auf Meldedaten angewiesen“, appelliert der NABU-Amphibienexperte. „Die Anzahl der Tiere, die über mehrere Jahre an einem Amphibienzaun gezählt werden, liefern sehr gute Hinweise“, ergänzt er.
Personen mit Artenkenntnis können sich für einen Zugang zur „HerpetoMap“ bei Ralf Berkhan bewerben. Die „HerpetoMap“ ist ein von der Bingo-Umweltstiftung gefördertes Projekt des NABU Niedersachsen. Dort tragen ausschließlich qualifizierte Expertinnen und Experten ihre Beobachtungen ein, wodurch die Daten besonders verlässlich sind. Unter www.herpetomap.de können sich Interessierte über die Verbreitung von Amphibien und Reptilien in Niedersachsen informieren.
Doch auch ohne Expertenstatus kann jeder beitragen: Fotos von Amphibien- oder Reptilienfunden – mit genauer Standortangabe und Erlaubnis zur Veröffentlichung – sind willkommen. Die Einsendungen können per E-Mail an ralf.berkhan@NABU-Niedersachsen.de gesendet werden. Er versichert: „Weder Name noch punktgenauer Standort werden der Öffentlichkeit bekannt gegeben.“ Wer in der Region ehrenamtlich bei der Amphibienwanderung helfen möchte, kann sich im NABU-Regionalbpüro Südost-Niedersachsen in Lebenstedt melden unter Tel. (05341) 3054460 melden.