Die Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung der SZFS, Selin Cakir, begrüßte neben den Jugendlichen auch zahlreiche Beschäftigte der Flachstahl GmbH, von Alstom, Volkswagen, MAN und anderen Betrieben. Sie moderierte die Kundgebung. Den Auftakt machten die Schirmherren, Betriebsratsvorsitzender Hasan Cakir und Arbeitsdirektor Jens Loock. „Der 21. März als internationaler Tag gegen Rassismus erinnert uns jedes Jahr daran, dass wir uns weiterhin gegen jede Form von Diskriminierung und Intoleranz einsetzen müssen“, sagte Hasan Cakir. Jens Loock brachte es darauf mehrfach auf die kurze Formel: „Say No to Racism!“
Mit zahlreichen Infoständen und Mitmachaktionen präsentierten Schülerinnen und Schüler sowie Organisationen im Rahmen der Veranstaltung ihre Beiträge zum Tag gegen Rassismus. Mit dabei waren die IGS Salzgitter, das Kranichgymnasium, der Förderverein Gottfried-Linke-Realschule, das Gymnasium Salzgitter-Bad, Katholische Jugend, Evangelisch-lutherische Jugend, Evangelisch-baptistische Jugend, die Vertrauenskörperleitung der Hütte, das Flöther Frauenforum, die Alevitische Gemeinde Salzgitter, die Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben“, der Arbeitskreis Stadtgeschichte, Vertreterinnen demokratischer Parteien, die IG Metall-Jugend Salzgitter-Peine und das Bündnis.
Die große Bühne gehörte an diesem Tag den jungen Menschen, die mit Rede- und Kulturbeiträgen das Thema Rassismus aus ihrer Sicht schilderten. Den Anfang machte die Jugendvertreterin Gaye Yalcinkaya mit einem Gedicht über ihre persönlichen Diskriminierungserfahrungen unter dem Motto „Mein Name ist Vielfalt“. Darin hieß es zu Beginn: „Geboren in diesem Land, doch oft als Fremde gesehen, meine Wurzeln hier tief in der Erde, wo ich lebe und gehe.“ Sie mahnte, die Namen der 2020 in Hanau ermordeten Menschen nicht zu vergessen. Eine Schülerin des Kranichgymnasiums brachte es später auf den Punkt: „Die neun Morde in Hanau waren Rassismus“.
Viele Wortbeiträge drehten sich um das Thema alltäglicher Diskriminierung, den „leisen Rassismus“. So kritisierte Gizem Yurtseven von der Alevitischen Gemeinde Salzgitter: „Rassismus versteckt sich oft in vermeintlich harmlosen Kommentaren, in unbewussten Vorurteilen und in der Art, wie Menschen mit Migrationsgeschichte täglich behandelt werden.“
Mit Kurzbeiträgen brachten sich außerdem Cem Ince für den Ortsmigrationsausschuss der IG Metall, Jesse Holtmeyer für das Salzgitteraner „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ sowie ein Schülervertreter der IGS Salzgitter ein. Alle appellierten an die Verantwortung der Zivilgesellschaft und des Einzelnen im Kampf gegen Ausgrenzung. Schülervertreter Sascha Wolff: „Zusammenhalt ist unsere Verantwortung.“
Das abwechslungsreiche Musik- und Kulturprogramm startete die Schulband der Gottfried-Linke-Realschule mit einem leicht ironischen Song: „Wir sind die Kinder aus dem Brennpunkt, doch nur für Musik brennen wir…“ Nach einer Comedy-Einlage des von den Datteltätern bekannten Momo begeisterte die ehemalige TheVoice-Finalistin Emily Rose das Publikum. Sie setzt sich ein zusammen mit ihrem Bruder unter dem Signet „Wir.wollen“ in Anti-Diskriminierungsworkshops mit und für Schulen und Vereine. Besonders ihr Song „Good Day“ (animierte Viele zum Mitsingen.
Mit satten Tönen und klaren politischen Botschaften verließ die Punkrock-Band Nullbock als letzte die Bühne. Mit ihrem Lied „365 Tage“ lieferten die Musiker das Motto für die Zukunft: „Wir sind 365 Tage im Jahr gegen Rassismus“. Die Einsatzfreude gerade von jungen Menschen machte allen Mut, dem Rechtsruck in der Gesellschaft auch im Alltag entschieden entgegenzutreten und Menschenwürde und Demokratie gegen alle Anfeindungen zu verteidigen.
Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ kündigte derweil schon den nächsten Termin an: Mit einem „Friedensfest“ in der Innenstadt Lebenstedts soll am 8. Mai an die Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht werden. Die Veranstaltung soll der Verteidigung von demokratischer Freiheit und Frieden dienen – und ein weiteres positives Zeichen für Weltoffenheit, Respekt und Vielfalt in der Stadt setzen.