Das Talent, so sagt die 72-Jährige, hat sie vom Vater geerbt. Schon als kleines Mädchen habe es keinen Zeitungsrand gegeben, der sicher war. „Lag irgendwo ein Blatt herum, war es kurze Zeit später mit Frauenköpfen bemalt, die lustige Frisuren trugen“, erinnert sich die Hooby-Künstlerin. Ihre Eltern hatten ein Geschäft, und sie malte schon Bilder für Freunde und Kunden, da war sie gerade 15. „Mein erstes Lehrlingsgehalt verschwand in meinem Hobby und ging für Leinwand, Farben und Pinsel drauf.“
Farbenfrohe Aquarelle begleiteten sie so das ganze Leben, und ihre Kunst dürfte schon in vielen Zimmern hängen. Ihre Motive und Anregungen holt sich Gudrun Nagel-Wiemer aus der Natur, sie fotografiert sie oder lässt sich durch das Internet inspirieren. Zu einigen Gemälden gibt es auch ein passendes Gedicht, denn sie hat mehr als 1.000 Gedichte verfasst. In der hallo-Sonderveröffentlichung zum Osterfest am 19. April sind auch wieder einige ihrer gereimten Gedanken zu finden.
„Ich liebe es kreativ zu sein, mit Worten und Farben zu spielen und bin dankbar, dass ich meine Werke auch einmal zeigen darf“, erzählt die Hobby-Künstlerin, die sich bei Gastronomin Susanne Steinert-Bode bedankt, die ein Herz für in Salzgitter ansässige Kreative habe. 20 Bilder sind an den Wänden im Landcafé zu sehen. Blumen und eine Tangotänzerin gehören dazu, Modernes, Tiere und Motive aus der Landwirschaft. „Etwas Urlaubsfeeling ist auch dabei, ein Strand und ein Leuchtturm.“
Ein Lieblingsbild hat sie nicht, sie findet alle schön. „Wenn es meine Zeit erlaubt, male ich auch gerne mit Kindern. Einige kommen regelmäßig, und ich freue mich, wenn ich helfen kann und Fortschritte sehe.“ Sie möchte die Menschen mit ihren Werken erfreuen und hofft, „dass ich noch lange kreativ sein kann“. Knapp 300 Aquarelle und einige Gedichte finden sich online auf ihrer Homepage http://gudruns-aquarell-galerie.beepworld.de.