Ein „Komfort mit Risiko“
Salzgitters Polizei warnt vor dem schlüssellosen Zugangssystem bei Autos

Die Polizei warnt vor einer Sicherheitslücke: Die Funktechnik „Keyless Go“ macht es Autodieben leicht.Foto: sz-pa/rk
Salzgitter. Ein missglückter Versuch, ein Auto über das Keyless Go Zugangssystem zu knacken, nimmt die Polizei in Salzgitter zum Anlass, vor einer neuen Masche zu warnen. An der Zwergenkuhle machten sich am 17. Dezember gegen 1.45 Uhr an einem geparkten Audi A8 zu schaffe, brachen ihr Bemühen aber aus nicht bekannten Gründen erfolglos ab. Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Täterschaft mittels eines Signalempfängers versucht hatte, den mit einem Keyless Go Schlüsselsystem gesicherten Pkw zu entwenden.

Die Polizei will den Vorfall nutzen, um über die Sicherheitsrisiken zu informieren. Als „Komfort mit Risiko“ bezeichnet sie die schlüssellosen Autos, weil diese leichter gestohlen werden können. Zugangssysteme wie „Keyless Go“ sind bequem und bei vielen Autos mittlerweile Gang und Gäbe. Türen öffnen sich automatisch, der Motor startet per Knopfdruck - der Schlüssel muss nicht mehr in die Hand genommen werden.

Allerdings gibt es ein „ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko“, warnt die Polizei. Fahrzeuge mit solchen Zugangssystemen sind für Autodiebe deutlich leichter zu entwenden als Autos mit einem klassischen Schlüssel. Das Prinzip hinter „Keyless Go“ basiert auf einer mittels Funk übertragenen Technik. Das schlüssellose Zugangssystem sendet kontinuierlich ein Signal aus.

Erkennt das Fahrzeug das Signal in unmittelbarer Nähe, entriegelt es sich in der Regel selbstständig, ein Starten des Motors kann erfolgen. Ist der Motor gestartet, läuft dieser weiter - auch dann, wenn sich der Schlüssel nicht mehr in unmittelbarer ­Nähe befindet. Diese Technik nutzt die professionelle Täterschaft aus. Mit entsprechenden Geräten kann das Funksignal des Schlüssels abgefangen und künstlich verlängert werden. Auf diese Weise wird dem ­Fahrzeug vorgetäuscht, dass sich der Schlüssel in unmittel­barer Nähe befindet. Das Auto lässt sich somit öffnen und wegfahren.

Oftmals werden keine sichtbaren Spuren hinterlassen. „Wir möchten sie sensibilisieren, um sich vor dieser Art des Diebstahls zu schützen. Sie haben hierzu verschiedene Möglichkeiten: Ein wirksamer Schutz ist, darauf zu verzichten, sofern die Technik nicht ausreichend abgesichert ist“, schreibt die Polizei. Die Halter und Halterinnen sollten mit ihrem Autohändler sprechen, ob die Möglichkeit besteht, die Funktion zu deaktivieren.

Wer ein schlüsselloses System hat, sollte das Fahrzeug nach Möglichkeit in einer Garage parken und den Fahrzeugschlüssel nicht im Nahbereich des Wagens ablegen, – auch nicht hinter türen oder Fenstern. „Nutzen sie spezielle Schutzhüllen oder Behältnisse mit Abschirmung, um das Funksignal zu blockieren“, rät die Polizei. Ob diese wirksam seien, lasse sich leicht überprüfen: Öffnet sich das Auto mit abgeschirmtem Schlüssel nicht mehr, sei der Schutz ausreichend.

Zusätzliche mechanische Sicherungen erhöhen den Aufwand für Diebe erheblich. Dies können beispielhaft Lenkradkrallen, Gangschaltungs- oder Pedalsperren sein. „Je länger und aufwendiger die Tatphase ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Täter aufgeben. Ein moderner Komfort sollte nicht auf Kosten der Sicherheit gehen“, heißt es in der Pressemitteilung.

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