Grundlage für die Verleihung waren Vorschläge des Oberbürgermeisters und der Fraktionen des Rates, auf die sich der Ältestenrat einvernehmlich einigte. Den breiten politischen Konsens zu den außergewöhnlichen Verdiensten der fünf Geehrten zeigte der einstimmige Beschluss des Rates in seiner Sitzung am 29. Oktober 2025. Frank Klingebiel: „Die Ehrenbürgerwürde als höchste Auszeichnung der Stadt ist eine herausragende Auszeichnung und besonderes Zeichen unserer großen Wertschätzung für den jahrlangen und vielfältigen Einsatz um das Gemeinwohl in Salzgitter.“
Nach einer Gedenkminute für den am 24. Dezember 2025 verstorbenen Stadtrat Dr. Dirk Härdrich stand die Verleihung der Ehrenbürgerwürden an. Der OB würdigte die besonderen Verdienste des gebürtigen Salzgitteraners Peter-Jürgen Schneider, der einst Ratsherr, Personalvorstand der Salzgitter AG und Niedersächsische Finanzminister war. „Er hat eine beispiellose berufliche und politische Karriere gemacht, bei der er immer auch die positive Entwicklung seiner Heimatstadt Salzgitter im Blick hatte. Er war und ist ein Macher, der die Ärmel hochkrempelt und handelt, und gleichzeitig ein Visionär, der nicht müde wird, nach vorne zu blicken, Ideen zu entwickeln und diese auf die Straße zu bringen.“
Bei Werner Kubitza erinnerte der Oberbürgermeister dessen langen und intensiven Einsatz für den Industriestandort und die Arbeitsplatzsicherheit. „Werner Kubitza ging in Krisenzeiten zum Wohle der Menschen über seine Belastungsgrenzen hinaus. So zum Beispiel beim drohenden Verkauf unserer Stahlwerke als Herz unserer Stadt.“ Er war zwölf Jahre 1. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, kümmerte sich aufopferungsvoll um die Belange der Belegschaften und die positive wirtschaftliche Fortentwicklung insbesondere der großen Industriebetriebe. „Das war nicht nur sein Job, sondern seine Berufung aus Leidenschaft.“
Der Erste Bürgermeister Stefan Klein würdigte die enormen Verdienste Wolfgang Schneiders, der 30 Jahre im Rat der Stadt Salzgitter mitwirkte, davon zwölf Jahre als Fraktionsvorsitzender. „Er schafft es, die Menschen mitzunehmen, ist hart in der Sache, aber fair im miteinander. Ihm lag und liegt die positive Entwicklung unserer Stadt und der Region am Herzen.“ Das zeigten auch 34 Jahre ehrenamtliche Arbeit in der Verbandsversammlung des Regionalverbandes.“
Der Zweite Bürgermeister Christian Striese hielt die Laudatio auf Angelika Stramiello, die von 1979 das Frauenhaus ins Leben gerufen hatte und dieses bis 2010 leitete. „Sie war Gründungsmutter und Ideengeberin für unser Frauenhaus, welches seinerzeit das dritte seiner Art in ganz Deutschland war. Ihr ist es zu verdanken, dass Frauen in Not dort Zuflucht vor ihren Peinigern, Hilfe und Unterstützung fanden und finden. Und ihr ist es zu verdanken, dass das Thema Gewalt gegen Frauen heute deutlich bekannter ist als noch in den 1970er-Jahren. Sie hat Salzgitter und unsere Welt ein bisschen besser gemacht.“
Nicht vor Ort sein konnte Jürgen Hattop, dem zusammen mit seiner verstorbenen Frau Helga „immer das Gemeinwohl unserer Stadt am Herzen gelegen habe“, so Frank Klingebiel. Jürgen Hattop war 20 Jahre ehrenamtlich als Ratsmitglied tätig. Mit der von den Eheleuten nach dem Verkauf ihrer Apotheke in 2011 vom Erlös gegründeten Stiftung können sie noch heute viel Gutes in unserer Stadt bewirken. Ihr Lebenswerk sei ein gutes Beispiel dafür, was mit freiwilligem Einsatz „in unserer Stadt möglich ist“, so der OB.