Im Zentrum steht danach der verbindliche Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis Ende 2035 – ein bislang nicht für alle Standorte geltender Schutz, der nun auch für Salzgitter vollumfänglich festgeschrieben sei. „Damit wird für mehr als ein Jahrzehnt Planungssicherheit geschaffen“, so die IG Metall. Für sie ist dies die zentrale Grundlage, um eine Tarifeinigung zu ermöglichen, denn: Ohne Sicherheit für die Beschäftigten, keine Zukunft.
Ergänzt wird diese Zusage durch eine Option auf Verlängerung: Bei entsprechender Auslastung kann der Kündigungsschutz rollierend um jeweils zwei Jahre verlängert werden – mit einer Perspektive bis 2040. Sollte es künftig zu einer Verringerung der Belegschaftsstärke kommen müssen, kann dies im Rahmen der demografischen Entwicklung umgesetzt werden.
„Es war unser Ziel, für Salzgitter die gleichen Sicherheiten zu verankern wie an anderen Standorten des Unternehmens. Beschäftigungssicherung ist keine Verhandlungsmasse, sondern Voraussetzung für jede Zukunftsperspektive“, erklärte Hüseyin Uc, Vorsitzender des MAN-Betriebsrats in Salzgitter. „Dass wir das erreicht haben, ist ein wichtiger Erfolg. Die Beschäftigten wissen nun: Ihr Standort wird nicht abgehängt – im Gegenteil, er bleibt integraler Bestandteil der industriellen Entwicklung von MAN.“
Zugleich wird Salzgitter laut Gewerkschaft im Konzernverbund „strukturell aufgewertet“. Der Standort erhalte ein eigenes, verbindliches industrielles Zielbild, das auf dem Erhalt und der Modernisierung zentraler Produktionsbereiche sowie dem Ausbau der Ersatzteillogistik als Hauptkompetenz-Standort basiert. Eine Investitionszusage in Höhe von 59 Millionen Euro flankierediese Standortentscheidung. „Die Mittel fließen in Modernisierung, Produktanpassung und neue Fertigungskapazitäten.“
Im Zuge der Verhandlungen ist es der IG Metall nach eigenen Worten in enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat gelungen, das vom Arbeitgeber ursprünglich angestrebte Szenario einer vollständigen Verlagerung der Achsumfänge erfolgreich abzuwenden. Auf diese Weise bleibt ein zentraler Teil der Wertschöpfung dauerhaft in Salzgitter verankert – über die 2030er-Jahre hinaus. Konkret verbleiben wesentliche Fertigungsumfänge – darunter Komponenten wie Radflansche und Achsschenkel für nichtangetriebene Achsen – dauerhaft in Salzgitter.