Für ein friedliches Miteinander
Die Grund- & Hauptschule am Gutspark ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus“

Offizieller Start in Flachstöckheim: Bernd Koltrowitz (links) und Nicolas Knut (rechts) vom Weißen Ring übergeben mit Projektleiter Fadi Saad und Regionalkoordinatorin Olivia Klimont von der AWO Goslar das Schild an Rektorin Sarah Kahlmann. Foto: sz-pa/rk
Salzgitter-Flachstöckheim. Die Grund- Hauptschule am Gutspark in Flachstöckheim ist eine „Schule ohne Rassismus“ und eine „Schule mit Courage“. Das hat sie nun schriftlich. In der Aula hat Olivia Klimont von der AWO Goslar, die in der Region das Netzwerk der Schulen gegen Rassismus betreut, ein Türschild an Rektorin Sarah Kahlmann übergeben. Mit dabei war nicht nur Autor und Projektpate Faadi Saad, sondern auch Bernd Koltrowitz und Nicolas Knut vom Opferverein Weißer Ring.

Die Intention kam aus der Schule selbst. „Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Vorhaben über unserem Schülerrat angeregt wurde“, findet Caroline Gratz, Diplom-Sozialpädagogin an der Schule. Von den 220 jungen Wählerinnen und Wählern stimmten mehr als 86 Prozent dafür, sich um den Titel zu bewerben. Der Berliner Kinder- und Jugendbetreuer Fadi Saad, der bundesweit zu den gefragten Referenten gehört, wenn es um die Themen Integration, Gewaltprävention und Zivilcourage geht, wird der Schule mit seinem Know-how zur Seite stehen. Nach dem offiziellen und feierlichen Auftakt folgte die Arbeit in Stationen. Unter anderem entstand eine große „Wünschewand“ aus Bildern und Worten. „Wir möchten andere ermutigen, über dieses Projekt oder über die Thematik nachzudenken“, sagt Caroline Gratz. Die Probleme sind für sie allgegenwärtig und somit anhaltend wichtig.

„Ein friedvolles Miteinander und einen sicheren Halt für alle“, wünscht sich Rektorin Sarah Kahlmann. Mit der heilen Welt wie in Bullerbü hat die Bildungsstätte am Gutspark wenig zu tun, auch wenn sie als kleine Schule für manchen so wirkt. „Die Probleme sind aber die gleichen wie an den großen Schulen.“ Die Schülerinnen und Schüler auf einen guten Weg bringen, ihnen Werte zu vermitteln, nennt Sarah Kahlmann als Ziele der Arbeit. Oft fehle dabei die Hilfe der Erziehungsberechtigten. Die Schulleiterin hat eine steigende Gewaltbereitschaft und fehlende Umgangsformen bei den Kindern ausgemacht. Das werde ihnen vorgelebt oder sie entdeckten es in den Medien.

Beleidigen und beschimpfen betrachten demnach viele als normal. Zwar dürfen die Mädchen und Jungen ihre Handys mitbringen, aber diese bleiben in der Schule aus. „Trotzdem finden sie Lücken“, berichtet die Rektorin. Für die Lehrerinnen und Lehrer aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. In der Zeit von Klasse 1 bis Klasse 9 lasse sich einiges bewegen, meint Sarah Kahlmann. „Jeder soll sich hier wohl fühlen und gerne herkommen.“

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