Höchste Vorsicht am Telefon
Salzgitters Polizei warnt: Aus dem Gewinnspiel wird ein kostspieliges Dauer-Abo

Vorsicht bei unbekannten Anrufern: Die Polizei warnt vor Betrugsmaschen am Telefon.Foto: rwe 
Salzgitter. Die Polizei in Salzgitter warnt vor den Gefahren sogenannter telefonischer Gewinnspiele. Anlass dazu ist ein Fall in Salzgitter-Bad, als ein älterer Bewohner einer Finte aufgesessen ist und unwissentlich einen Abo-Vertrag abgeschlossen hat. Nach Kündigung des Kontraktes registrierte er weiterhin unberechtigte Abbuchungen von seinem Konto. Dabei entstand laut Polizei ein Schaden von 1.000 Euro. Sie warnt: „Leider werden Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder Geschädigte unseriöser telefonischer Gewinnspiele.“

Der Hergang zeigt, wie wichtig Vorsicht bei telefonischen Vertragsabschlüssen ist.

Häufig werden Verträge am Telefon unklar erklärt, Kündigungen ignoriert oder

bewusst verzögert. Betroffene bemerken die Abbuchungen oft erst spät oder sogar

erst nach mehreren Monaten.

So sehen die Tricks der Täterschaft aus. Die Anrufer versprechen hohe Gewinne oder exklusive Gewinnchancen. Sollte seitens des Opfers ein „Ja“ im Zusammenhang mit

einem Vertrag ausgesprochen werden, wird dies oft als Vertragsabschluss gewertet. Die polizeilichen Erfahrungen zeigen, dass Kündigungen oftmals angeblich nicht erhalten wurden oder nicht bearbeitet werden. Die Abbuchungen laufen über schwer erkennbare Firmen- oder Fantasienamen.

Doch wie können sich die Salzgitteraner vor den Maschen der Täter schützen? Schließen Sie niemals Verträge am Telefon ab“, rät die Polizei. Und niemals sollten sensiblen Daten wie Kontonummer, IBAN oder Geburtsdatum genannt werden. „Verlangen Sie immer, dass ihnen im Vorfeld die Vertragsunterlagen schriftlich zugesendet werden und prüfen diese in Ruhe, so die Polizei. Und es sei wichtig, Kontoauszüge regelmäßig und sorgsam zu prüfen.

Wer unberechtigte Abbuchungen feststellt, sollte umgehend die Bank zu informieren und unberechtigte Summen immer zurückbuchen lassen. Betroffene sollten das Abonnement immer schriftlich kündigen, sei es per Einschreiben oder in einer E-Mail mit Nachweis. „Sichern sie immer die schriftlichen Unterlagen zu den Abbuchungen, dokumentieren sie alle Kontobewegungen, sämtlichen Schriftverkehr und bewahren sie alle Belege auf“, empfiehlt die Polizei. Betroffene sollten sich von der Verbraucherzentrale beraten lassen oder prüfen, ob eine rechtliche Beratung in Anspruch genommen werden sollte. Und sie rät zu einer Strafanzeige.

„Lassen Sie sich niemals unter Druck setzen und sagen sie am Telefon niemals Ja, wenn es um das Thema Verträge geht“, lautet ein weiterer Ratschlag. Und auch auf Drohungen oder Mahnungen sollte niemand reagieren. „Seriöse Anrufer oder Firmen machen so etwas nicht“, schreibt die Polizei. „Leisten Sie niemals weitere Zahlungen, um Ruhe zu haben und nennen Sie niemals den Fremden ihre persönlichen oder finanziellen Daten.“ Aufmerksam sein und sich im Zweifel von vertrauten Personen oder von der Polizei helfen lassen, sind weitere Tipps für Menschen, die dubiose Anrufe erhalten.

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