Ein doppelter Grund zum Feiern
Zum zehnjährigen Bestehen nimmt der Verein SuperSZ seine Begegnungsstätte wieder in Betrieb

Das rote Band wird durchschnitten: Bürgermeister Stefan Klein, SuperSZ-Chef Gianluca Calabrese und TAG-Immobilienleiter Claudius Oleszak eröffnen die renovierte Begegnungsstätte.Foto: sz-pa/rk
Salzgitter. Mit zahlreichen Gästen, Unterstützern und Kooperationspartnern hat der Verein SuperSZ sein zehnjähriges Bestehen gefeiert und zugleich seine Begegnungsstätte am Neuen Mühlenweg wieder eröffnet. Nach einem schweren Brand im vergangenen Jahr präsentiert sich die Einrichtung mit erweiterten Räumlichkeiten und neuen sozialen Angeboten.

Was 2016 als kleines Projekt zur Suchtprävention begann, hat sich inzwischen zu einem wichtigen sozialen Anlaufpunkt im Quartier entwickelt. Dabei war der Weg keineswegs einfach, wie Vereinsgründer und SuperSZ-Vorsitzender Gianluca Calabrese in seiner Ansprache offen einräumte. Anfangs habe er mit einem riesigen Rucksack voller Ideen loslegen wollen. Doch es sei schwierig gewesen, andere davon zu überzeugen, dass ein kleiner Verein all diese Vorhaben tatsächlich umsetzen könne. Mit der Zeit habe er gelernt, sich auf konkrete Hilfsangebote zu konzentrieren und Schritt für Schritt etwas aufzubauen.

Die Motivation ist eng mit Gianluca Calabreses persönlicher Lebensgeschichte verbunden. Mehr als 20 Jahre war er selbst drogenabhängig. Inzwischen lebt er nach eigenen Angaben seit 15 Jahren drogenfrei – ohne Rückfall. Seine Erfahrungen möchte er heute nutzen, um anderen Mut zu machen. Er wolle zeigen, dass es auch nach einer langjährigen Suchterkrankung möglich sei, wieder ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu werden. Diese Glaubwürdigkeit und Authentizität wurden in der Feier in mehreren Reden hervorgehoben.

Salzgitters Erster Bürgermeister Stefan Klein gratulierte im Namen der Stadt. „Da ist echt was draus geworden“, erklärte er im anschließenden Interview. Er erinnerte daran, dass es zu Beginn durchaus Vorbehalte gegeben habe. Gerade bei einem sensiblen Thema wie Suchterkrankungen müsse zunächst Vertrauen entstehen. Gianluca Calabrese habe mit großer Hartnäckigkeit für seine Ideen gekämpft und auch Konflikte nicht gescheut. Diese Beharrlichkeit sei ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg, so Stefan Klein.

Mittlerweile unterstützt auch die Stadt den Verein finanziell. Hinzu kamen verschiedene Förderungen aus dem Konradfonds. Besonders beeindruckt zeigte sich der Bürgermeister von der Gestaltung der neuen Räume. Stefan Klein betonte die Bedeutung wohnortnaher Begegnungsmöglichkeiten. Gerade im Quartier am Neuen Mühlenweg ergänze SuperSZ das bestehende soziale Netzwerk und ermögliche Menschen, ohne lange Wege miteinander in Kontakt zu kommen.

Claudius Oleszak, Leiter Immobilienmanagement bei der TAG, unterstrich die Rolle des Vereins für die Nachbarschaft. Das Wohnungsunternehmen begleitet SuperSZ seit vielen Jahren als Kooperationspartner und Unterstützer. Die Arbeit mit suchtkranken Menschen erfordere ein hohes Maß an Sensibilität. Besonders wertvoll ist für Claudius Oleszak, dass sich im Verein Menschen einsetzen, die teilweise selbst entsprechende Lebenserfahrungen mitbrächten.

Mit der Wiedereröffnung erweitert SuperSZ seine bisherigen Angebote deutlich, will künftig insbesondere Senioren und Kinder stärker einbeziehen. Ein zentraler Bestandteil ist die neue Bildungsküche, dazu kommt ein neuer Bewegungsraum, in dem kostenlose Kurse für Senioren mit Unterstützung eines Physiotherapeuten laufen sollen. Gianluca Calabrese sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung der Vereinsarbeit. Durch die bisherigen Aktionen sei deutlich geworden, dass auch bei älteren Menschen im Quartier ein erheblicher Unterstützungsbedarf bestehe.

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