Filme und Gespräche im Cinema Bürgerkino beteiligt sich mit sehenswerten Dokumentationen an der Reihe „LETsDOK“
Politik ist persönlich: Mit ihrer Kamera versucht die Filmemacherin Indira Geisel herauszufinden, was in ihrer Familie passiert ist. Sie kommt nach Salzgitter.Foto: ZDF/Indira GeiselSalzgitter. Das Bürgerkino Cinema beteiligt sich uns an den bundesweiten Dokumentar-Filmtagen „LETsDOK“. Der Name ist ein Wortspiel aus „Let’s do it“ und „Let’s talk“: Es geht darum, Dokumentarfilme zu sehen und gemeinsam darüber zu sprechen. Zu den drei Vorführungen kommen die jeweiligen Regisseure nach Salzgitter-Bad. Die Filme greifen gesellschaftlich relevante Themen auf. Der Eintritt kostet neun Euro für Erwachsene und fünf für Jugendliche. Interessierte Gruppen und Schulen können sich melden unter www.cinema-salzgitter.de. Los geht es am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr mit „Politik ist persönlich“ und der Regisseurin Indira Geisel. In dem Film geht es um Alfred Geisel, den „Grand Senior der schwäbischen Sozialdemokratie“. Der versteht die Welt nicht mehr: Sein Sohn Thomas, ehemaliger SPD-Oberbürgermeister in Düsseldorf, hat sich dem BSW angeschlossen. Während die Familie entsetzt reagiert, versucht Tochter Indira, ebenfalls SPD-Mitglied, zwischen den Fronten zu vermitteln. Zwischen Wahlkampfstrategien, Feminismusdebatten und Toskanaurlaub läuft Politik als Familienbetrieb – spannend und mit pointierten Beobachtungen zur politischen Lage. „Born to Fake“ heißt es am Sonntag, 15. November, um 17 Uhr, zu Gast sind die Regisseure Erec Brehmer und Benjamin Rost. Der Film rekonstruiert einen der größten Medienskandale der deutschen Fernsehgeschichte: In den 1990er-Jahren belieferte der freie Journalist Michael Born unter anderem stern TV und Spiegel TV mit vollständig erfundenen Reportagen.
Anhand umfangreichen Originalmaterials zeigt die Dokumentation, wie Born seine Beiträge inszenierte – von einem angeblichen Ku-Klux-Klan in der Eifel bis zur sogenannten „Krötenlecker-Story“. Zugleich untersucht sie ein Mediensystem, in dem Sensationslust und Quotendruck eine kritische Prüfung verhinderten.
Ebenfalls am 15. November ist „Saving Spoonie“ zu sehen, der eine internationale Gruppe von Ornithologen um den deutschen Wissenschaftler Dr. Christoph Zöckler begleitet bei ihrem Kampf um den Erhalt des Löffelstrandläufers. Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und Jagd bedrohen den Bestand; zugleich erschweren politische Krisen die internationale Zusammenarbeit.
Mit leisem Humor porträtiert er die Ausdauer und Leidenschaft der Vogelschützer und zeigt, wie „Spoonie“ in China zum Symbol einer neuen Umweltbewegung wird. Mit dabei ist Regisseur Till Harms.