Bei der Verkündigung der Personalie im Zlotowzimmer des Schlosses Gifhorn lobte Heilmann seinen Vize als „meinungsstark, strategisch versiert und führungsstark“ und „Antreiber für eine moderne Kreisverwaltung“. „Für sein entscheidungsfreudiges Anpacken, sein pflichtbewusstes Wirken und die damit erzielten Erfolge sowie das kompetente Managen von Krisen, wie wir beispielsweise mit der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg eine in der zurückliegenden Zeit erlebt haben, danke ich ihm herzlich“, so der Landrat. Eine der letzten Amtshandlungen: Gemeinsam wolle man noch den Haushalt 2025 in Ziel bringen.
Walter erklärte, er habe aufgrund der gemeinsamen Entscheidung im Sommer neue berufliche Herausforderungen außerhalb des Landkreises ausloten können. Die Bundesbehörde als zentraler Dienstleister und Partner von Bürgern, Behörden, Unternehmen und Vereinen habe ihn besonders angesprochen. Durch seine Tätigkeit beim Landkreis und in verschiedenen Gremien des niedersächsischen Landkreistages kenne er zudem die Herausforderungen der unteren Verwaltungsebene und nannte Digitalisierung, Verwaltungsmodernisierung und Migration als Beispiele. „Ich nehme hilfreiche Erfahrungen mit nach Köln.“
Bei der Bewerbung hatte der gebürtige Rheinländer übrigens einen Heimvorteil. Aufgewachsen in Bonn, gibt es beim Thema Dialekt wohl keine Verständigungsprobleme. Und: „Eine Einstellungsvoraussetzung war, dass er Karneval kann“, scherzte Heilmann.
Nun gelte es nicht nur vom Amt Abschied zu nehmen, sondern auch dem Landkreis Gifhorn, der zu einer zweiten Heimat geworden sei. „Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt“, betonte der Vater dreier Kinder. Zum 1. Januar will er schonmal vorziehen, der Rest der Familie ziehe im Sommer von Leiferde nach Köln um.
Walter war im April 2017 vom Kreistag für acht Jahre zum Ersten Kreisrat gewählt worden. Zuständig war er unter anderem für die Fachbereiche Schule, Bauen und Ordnung, Verkehr und Finanzen. „Wir haben im Interesse unseres Landkreises vieles auf den Weg gebracht und erfolgreich zu Ende geführt“, betonte Walter. Er sieht die Gifhorner Kreisverwaltung für die Zukunft gut aufgestellt. Neben seinem Team dankte er den Verantwortlichen in der Politik: „Fraktionsübergreifend war es mir immer möglich, relevante Themen anzusprechen, zu klären und gemeinsam ergebnisorientiert zur Entscheidung zu bringen.“
Das Bundesverwaltungsamt in Köln ist mit 6.000 Beschäftigten an 23 Standorten der größte Dienstleister des Bundes. Zu den Aufgaben der Behörde gehören unter anderem die Digitalisierung der Verwaltung und Personaldienstleistungen für den Bund. Walter tritt zum 1. Januar 2025 die Nachfolge von Katja Wilken an, die seit April dieses Jahres als Präsidentin das BVA leitet. Künftig ist er an der Seite von Erwin Heinz einer ihrer Stellvertreter. „Ich freue mich auf die Herausforderung, spüre aber auch von Tag zu Tag mehr Respekt“, sagte Walter.Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für den Ersten Kreisrat beim Landkreis Gifhorn läuft bereits, die Stelle ist öffentlich ausgeschrieben. Je nach Verlauf des Bewerbungsverfahrens soll auf Vorschlag von Heilmann spätestens im zweiten Quartal endgültig über die Personalie entschieden werden, wie der Landrat mitteilte.