Fünf Würfel - das wird die neue Schule. Drei davon stehen an der östlichen Seite. Auf den jeweils drei Geschossen verteilen sich unter anderem die 20 jeweils 60 Quadratmeter großen Allgemeinen Unterrichtsräume, die Gruppen-Differenzierungs-Räume, Lehrerbereiche sowie pro Geschoss ein sogenannter Marktplatz als Treffpunkt. Ziel ist, für die jeweiligen Jahrgänge so Cluster zu bilden. Außerdem beherbergen die drei Lern-Kuben die Fachräume, die thematisch zugeordnet sind. Physik- und Chemieräume beispielsweise liegen in einem Kubus, Bibliothek und Musikräume in einem anderen. Auch eine große Küche sowie Werkräume soll es geben. Insgesamt bekommt die Schule 7.920 Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Große Sitzfenster im Obergeschoss der drei Lern-Kuben sollen einen offenen Blick über das Campus-Gelände bieten und sich zu einem Treffpunkt der Schüler und Schülerinnen entwickeln. In einem der Kuben befindet sich außerdem im Erdgeschoss die Mensa, das Mittagessen soll aus der Kita-Küche kommen. Die ganze Schule ist zudem barrierefrei, im mittleren Lern-Kubus befindet sich ein Fahrstuhl.
Der vierte Kubus dient als „Bewegungsachse“ – er verbindet mit seiner langgezogenen Form die drei Lern-Kuben auf östlicher Seite sowie den fünften Kubus mit der Aula, die bis zu 258 Sitzplätze aufweist. Die neue Hauptschule soll zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen auf dem Dach erhalten, die Wärme kommt über Fußbodenheizung in die Räume. Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Schule sowie der benachbarten Kita sollen für rund 200 Kilowatt sorgen, zwei Speicher mit insgesamt 200 Kilowatt Kapazität sind vorgesehen.
Ursprünglich sollte die neue Hauptschule rund 24 Millionen Euro kosten - so der Stand zur ersten Entscheidung, dass die jetzige Freiherr-vom-Stein-Hauptschule von der Innenstadt in einen Neubau in der Südstadt an der Jägerstraße ziehen soll. Baukostensteigerungen verteuerten das Projekt dann schließlich auf rund 29,6 Millionen Euro - Stand Sommer 2022. Der jetzt mit dem ausführenden Totalunternehmen ausgehandelte Festpreis liegt bei 31 Millionen Euro.
Finanziert werden sollen die Mehrausgaben - 5,48 Millionen Euro - für die neue Hauptschule durch Gelder aus anderen Projekten, die zum Teil verschoben werden. Laut Stadtverwaltung sollen diese anderen Projekte aber in den kommenden Jahren uneingeschränkt umgesetzt werden.
Wie hoch die Fördersumme aus der Schulbaukasse des Landkreises sein wird, ist noch unklar. Laut Bürgermeister Matthias Nerlich (CDU) weist diese in ihren Richtlinien eine Fördersumme von 70 Prozent aus. Das wären 21,7 Millionen Euro. Bisher aber gab es vom Landkreis kein Signal, dass diese Summe auch wirklich fließt. Ratsmitglied Jürgen Völke (ULG) zeigte sich aber optimistisch: „Es wird demnächst einen Gesprächstermin zwischen Stadt und Landkreis geben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine Einigung finden werden.“ Auch Bürgermeister Nerlich bekräftigte, dass er „mit diesen 70 Prozent Förderung rechne“.
Als Totalunternehmer hat die Stadt Gifhorn das Unternehmen Depenbrock Partnering beauftragt. Depenbrock Partnering soll das Projekt zum ausgehandelten Festpreis bis zum 30. September 2026 inklusive sämtlicher Planungs- und Baukosten umsetzen. Für den Sieger-Entwurf des Gebäudes zeichnet das Planungsbüro Rohling verantwortlich. Der Geldfluss durch die Stadt an den Totalunternehmer erfolgt nach festgelegtem Finanzierungsplan und endet mit der letzten Zahlung nach Inbetriebnahme im Herbst 2026.