Dabei: Die Bagger waren ja schon einmal da. 2023 hatte die Samtgemeinde das Grundstück auf der Rückseite der Grundschule gekauft. Die Bagger waren angerückt, um die dortigen Gebäude abzureißen. Der Plan war, dort ebenerdig die für den Ganztagsschulbetrieb benötigte Mensa zu errichten, im ersten Obergeschoss sollten zudem vier Unterrichtsräume entstehen. Ein Plan, der mittlerweile ad acta gelegt wurde. Wie übrigens schon einige zuvor, bei denen es darum ging, wie die Wahrenholzer Grundschule für den Ganztagsbetrieb umgebaut werden soll. Allerdings waren die früheren Pläne auch nie so weit gediehen wie der jetzige. „Der ist politisch beschlossen, den setzen wir um“, bekräftigt Rolf-Dieter Schulze.
Und so sieht dieser Plan aus, der übrigens eine von drei Varianten darstellt, über die der Samtgemeinderat zuletzt beraten hatte: Zwei älteren Gebäudeteil der Grundschule sollen abgerissen und durch neue Teile ersetzt werden. Es geht um die Bereiche, in denen sich heute die Aula befindet, also der Haupteingang, sowie der links davon angrenzende Verwaltungstrakt mit Sanitärräumen. „Die Toiletten hätten wir ohnehin anfassen müssen. So erledigen wir das alles in einem Zuge“, erklärt Schulze, weshalb das Planungsbüro Verwaltung und Politik mit dieser Variante überzeugte. Da, wo heute noch die Schulleitung und das Sekretariat zu finden sind, soll dann im Erdgeschoss die Mensa entstehen. Sie soll rund 100 Plätze haben. Die Verwaltung der Samtgemeinde geht von einer Nutzungsquote von rund 75 Prozent der Schüler und Schülerinnen beim Ganztagsschulbetrieb aus. 230 Kinder hat die Grundschule laut Schulze - das wären rund 180 Mittagessen täglich. Die Mensa soll in zwei Durchgängen am Tag genutzt werden.
Über der Mensa sollen vier weitere Klassenräume entstehen. Die benötigt die Schule, in der Kinder aus den Gemeinden Schönewörde und Wahrenholz unterrichtet werden, denn sie wächst beständig. Mit diesen vier neuen Klassenräumen setzt die Samtgemeinde dann auch künftig auf eine Cluster-Bildung für - zumindest drei - der Jahrgänge. „Für alle vier Jahrgänge hätte eine Cluster-Lösung insgesamt fast acht Millionen Euro gekostet“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Zu viel Geld. Die jetzige Lösung soll bereits 7,2 Millionen Euro kosten. „Das ist eine Hausnummer. Ich hoffe, wir bekommen das noch etwas günstiger hin.“ Allerdings seien in diesen Betrag bereits alle notwendigen Maßnahmen eingeflossen: Planung, Baumaßnahmen, Gestaltung des Außengeländes, die Container für den Unterricht während der Baumaßnahme als Überbrückung. Auch die neue Aula ist im Preis enthalten. Und der Umbau des ehemaligen Bürgerhauses. Das hatte die Samtgemeinde ebenfalls von der Gemeinde gekauft. Auch im Bürgerhaus soll während der Baumaßnahmen Unterricht stattfinden, später sollen dort die Fachunterrichtsräume beispielsweise für Musik und Werken einziehen.
Aber was soll dann mit dem Grundstück auf der Rückseite der Schule passieren? „Das benötigen wir auch auf jeden Fall“, sagt Samtgemeindebürgermeister Rolf-Dieter Schulze. Unter anderem würden noch Parkplätze benötigt, und eine Idee ist, den Haupteingang auf diese Seite der Schule zu verlegen. Außerdem soll der derzeitige Schulhof verändert werden - und vielleicht auch auf das andere Grundstück ziehen. „Optimal ist der jetzige Schulhof nicht“, so Schulze.
Optimal ist laut Schulze allerdings auch die finanzielle Situation in Sachen Ganztagsschulbetrieb nicht. „Wir legen als Samtgemeinde aktuell im Jahr rund 300.000 Euro für den Betrieb drauf. Die Samtgemeinde trägt rund 85 Prozent der Kosten, nur der Rest kommt vom Land. Dabei ist das eigentlich eine Aufgabe des Landes. Das ist viel Geld, und angesichts der allgemeinen Lage müssen wir sehen, wie lange wir das noch durchhalten.“ Dabei gebe es einen Trend nach oben, was die Teilnahme der Familien am Ganztag angehe. Hinzu komme noch das Personalproblem. Die Samtgemeinde Wesendorf arbeitet beim Ganztagsschulbetrieb in den Grundschulen in Wesendorf und Groß Oesingen bisher eng mit dem DRK-Kreisverband zusammen. „Die machen das richtig gut“, sagt Schulze. Allerdings sei es schwierig, ausreichend Dozenten für die Betreuung zu bekommen. „Aber das ist ja nur ein Punkt. Es fehlen ja sogar Lehrer“, richtet der Samtgemeindebürgermeister weitere Kritik in Richtung Landesregierung.