Angeregt hatte die Kultur-Tafel Dr. Elga Eberhardt vom Kulturverein. „Ich habe davon aus anderen Orten gehört“, sagt sie. Beispielsweise gibt es eine solche Kultur-Tafel auch in Peine. „Wir mussten dann sehen, dass wir Partner ins Boot holen, für die Finanzierung und die Umsetzung. Aber das war nicht schwierig“, ergänzt Dr. Meister. Alles könne der Kulturverein, der keine gewinnorientierte Ausrichtung habe und vor allem auf ehrenamtliche Arbeit baue, eben nicht alleine leisten.
Die Finanzierung stellen die Sparkassenstiftung und der Lions-Club Gifhorn Südheide sicher. Der Lions-Club beispielsweise hat erst einmal für drei Jahre jeweils 500 Euro zugesagt. Insgesamt beträgt das Budget in diesem Jahr 1.800 Euro. „Wir unterstützen mit unseren Erlösen aus dem großen Bücherflohmarkt zwar bevorzugt den Hospizverein, aber wir fanden die Idee des Kulturvereins so toll, dass wir diese kulturelle Teilhabe fördern wollen“, erklärt Claudia Hopp.
Die Idee: Für jede Veranstaltung des Kulturvereins - Konzert, Theater, Aktion für Kinder, Lesungen - wird es künftig ein kleines Kontingent an Karten geben, die kostenfrei an Menschen abgegeben werden, die sich Kultur so sonst nicht leisten könnten. Vor allem auch Familien mit Kindern soll so der Zugang zu Kultur ermöglicht werden. Allerdings gehe es nicht um Restkarten, um freie Plätze zu füllen.
Abgewickelt werden soll das Projekt über die Gifhorner Tafel. Die hat neben ihren 135 Mitarbeitenden auch rund 3.500 Kunden und Kundinnen. Tafel-Leiter Nico D´Intinosante will je nach Veranstaltung diese Kunden direkt ansprechen - oder auch Mitarbeitende, die sich Kultur ebenfalls kaum leisten könnten, aber ehrenamtlich bei der Tafel mitwirken. „Das wäre mal eine schöne Würdigung des Engagements dieser Menschen“, sagt Nico D´Intinosante. In der Regel sollen die Karten jeweils im Doppelpack ausgegeben werden, damit auch Paare oder Elternteile mit Kind berücksichtigt werden.
Durch die Kooperation mit der Gifhorner Tafel ist das Angebot niederschwellig, die Menschen werden nicht stigmatisiert. „Es muss niemand zu uns kommen und seine Vermögensverhältnisse offenlegen. Man sieht es weder den Plätzen noch den Karten an, dass sie über die Kultur-Tafel vergeben werden“, sagt Dr. Meister. „Sie werden zwar verschenkt, haben aber dennoch ihren Wert“, ergänzt Dr. Elga Eberhardt. Und sie betont, dass der Kulturverein bereits gute Erfahrungen gemacht habe mit der Förderung kultureller Teilhabe. „Wir arbeiten da bereits gut mit dem Verein Gifhorn hilft zusammen, über den wir Geflüchtete in die Konzerte holen.“
Aktuell steht der Kulturverein vor einem auslaufenden Spielplan. In der aktuellen Spielzeit gibt es noch drei Veranstaltungen. Der neue Spielplan beginnt im August mit rund 20 Veranstaltungen bis zum Weihnachtskonzert, das Programm 2025/2026 wird den Förderern, neuen Vereinsmitgliedern und Kooperationspartnern am 25. April vorgestellt.