Gegen 9.40 Uhr ging der Hinweis vom Zugpersonal bei Bundes- und Landespolizei ein, berichtet Bundespolizeisprecher Kevin Müller auf AZ-Nachfrage. Demnach habe der Afghane im ICE 541 von Köln nach Berlin Ostbahnhof auf dem Streckenabschnitt zwischen Hannover und Gifhorn bei der Fahrkartenkontrolle mit einem Messer und einem weiteren „gefährlichen Gegenstand“ gedroht.
In Gifhorn kam es dann zum außerplanmäßigen Halt des ICE, so Müller. Beamte der Polizeiinspektion hätten den Tatverdächtigen in Gewahrsam genommen. Doch dabei blieb es nicht.
„Unklare Lage“ nennt es Müller: Und so kamen Beamte der Bundespolizeiinspektion Hannover mit Verstärkung von zwei zwei Diensthundeführern mit Diensthund nach Gifhorn. Die 340 Reisenden mussten den ICE verlassen und setzten laut Müller offenbar die Fahrt mit Nahverkehrszügen nach Wolfsburg fort, von wo aus eine Weiterfahrt organisiert werden sollte.
Derweil durchsuchten Bundespolizeibeamte den ICE. Im Einsatz war auch ein Sprengstoff-Spürhund. „Die Kollegen konnten kurze Zeit später aber Entwarnung geben“, so Müller. Erste Erkenntnisse haben laut Müller auch ergeben, dass der Mann bereits zuvor am Hauptbahnhof Hannover unangenehm aufgefallen und mit dem Zugpersonal eines anderen ICEs offenbar wegen einer nicht möglichen Fahrradmitnahme in Konflikt geraten sein soll.
Verletzt wurde letztendlich niemand, berichtet Müller. Die Ermittlungen gegen den 44-jährigen Afghanen laufen, in nunmehr zwei Fällen: Bundespolizisten leiteten Strafverfahren wegen Beleidigung und Bedrohung wegen des Vorfalls auf dem Hauptbahnhof Hannover ein. Ein weiteres Ermittlungsverfahren, wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, wurde wegen des Stopps in Gifhorn eingeleitet.