„Initiator“ Michael Neuburger vom Autohaus Kühl stellte in seiner Funktion als stellvertretender Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung die entsprechenden „Prüfobjekte“ für dieses gut vorbereitete Projekt zur Verfügung. Unter dem Arbeitstitel „Reforce Engineering“ kümmerte sich Benjamin Meyer von der Fachgruppe Fahrzeugtechnik der BBS II als Projektleiter im Vorfeld um die Lastenhefterstellung mit seinen Schülerinnen und Schülern.
Ein wesentlicher Punkt war es, zu analysieren, ob es Unterschiede in Qualität und Innovation gibt zwischen Fahrzeugen von renommierten Autoherstellern und denen aus China. „Die gibt es sehr wohl“, so die einhellige Meinung der Experten, und diese wurde auch bei der Gifhorner Analyse bestätigt. Verglichen wurden nach genauer Vorgabe der Lastenhefte unter anderem Bereiche wie Bedienkonzepte, Produktqualität, Fügeverfahren, Antriebssysteme und Kundenanforderungen.
Da dieses Projekt und die daraus resultierende Ergebnisanalyse noch bis zum Ende dieses Schuljahres angelegt ist, wird der naturwissenschaftliche Unterricht sich mit den Energiebilanzen sowie mit den benötigten Rohstoffen zur Batteriefertigung befassen. Für Fragen der spezifischen Ausstattungsvarianten sowie für klassische Anforderungsprofile und Marktchancen dieser Testreihe standen den Schülerinnen und Schülern die Verkaufsberaterin Juliane Meyer sowie ihr Kollege Stefan Hoyer vom Autohaus Kühl zur Seite.
Diese Art von Unterricht ziele auf praktische Inhalte, belegt durch wissenschaftliche Fakten, ab und stelle in jedem Fall eine sehr praxisorientierte Art der Unterrichtsgestaltung dar, so Oberstudienrat Benjamin Meyer. Auch die Schülerinnen und Schüler sind sehr angetan und hoch motiviert, sich im Unterricht mit aktuellen Technologien „zum Anfassen“ beschäftigen zu dürfen. „Nur schade, dass wir die Fahrzeuge nicht selber fahren dürfen“, merkte Phillip Holz als einer der Schüler an. Für Noah Schulze war die Funktionalität des Infotainnment-Systems bei den Produkten aus Fernost im Vergleich sehr ernüchternd. Henri Gehrke fand diese Art des Unterrichts sehr spannend, würde beim nächsten Mal allerdings gern noch mehr Zeit für praktische Tätigkeiten wie zum Beispiel De- und Montagearbeiten zur Verfügung haben. Natürlich wird nach Abschluss dieser Testreihe eine Ergebnispräsentation der Fachoberschülerinnen und Schüler vor fachkundigen Gästen im Rahmen einer Schulveranstaltung erfolgen, bei der die angehenden Führungskräfte der Kfz-Branche dann auch ihre Präsentationsfähigkeit unter Beweis stellen müssen.
Bei diesem Projekt zeige sich deutlich, dass Branchenverbände, Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Einrichtungen einen gemeinsamen Auftrag zur Bildung und der daraus resultierenden Stärkung der Wirtschaft haben, so Michael Neuburger als Innungssprecher. So freuen sich nicht nur der Innungsobermeister mit seinem Vorstand auf die Präsentation, sondern auch Oberstudiendirektor Carsten Melchert, Schulleiter der BBS II ist sehr angetan von dieser Art des Unterrichts an seiner Schule.