„Er hat immer nach rechts geschaut“, berichtet Oma Tatjana Dick, wie ihre Tochter Carolina und ihr Schwiegersohn Marc Kraus darauf aufmerksam wurden, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ein Orthopäde in Hannover habe es zunächst mit Ergotherapie versucht, doch: „Es wurde schlimmer und schlimmer.“ Letztendlich landete Raphael, als er vier Monate alt war, in der Neurologie in Wolfsburg. Die niederschmetternde Diagnose: Hirntumor.
Es geht um einen „bösartigen Hirntumor, einen Glioblastom im WHO-Grad IV“, so Erika Kettler, Schwester des Vaters, die bei Gofundme.com die Spendenaktion gestartet hat. „Der Tumor hat seine Hauptlage im Hirnstamm ein Bereich, der inoperabel ist.“ Eine siebenstündige Operation habe nur 30 Prozent des Tumors entfernen können, so Oma Tatjana Dick.
„Die Ärzte können keine Prognose geben“, schildert Dick. Es laufe gerade die dritte Chemotherapie, erst nach einer vierten sei ein MRT möglich zur weiteren Einschätzung. „Seit der Operation ist unser Sonnenschein ‚blind‘, seine wundervollen Eltern sind unermüdlich an seiner Seite und schenken ihm die Liebe und Kraft, die er jetzt so dringend braucht", schreibt Kettler auf der Seite von Gofundme.
Die Eltern weichen dem Jungen auch im Klinikum nicht von der Seite, und so drücken inzwischen auch finanzielle Sorgen die Familie. Denn beide können gerade ihrer Arbeit als Krankenschwester und als IT-Fachmann nicht nachkommen. „Sie leben praktisch im Krankenhaus“, berichtet Tatjana Dick.
„Mit diesem Spendenkonto wollen wir dafür sorgen, dass sie sich voll und ganz auf das Wichtigste konzentrieren können: Raphaels Genesung“, schreibt Kettler. Seit Anfang Februar läuft die Aktion auf www.gofundme.com, zu finden in der Suche auf der Plattform unter dem Namen Erika Kettler oder der Überschrift „Hoffnung und Hilfe für Raphael - Gemeinsam für seine Zukunft“. Mehr als 500 Einzelspenden haben inzwischen dafür gesorgt, dass fast 90 Prozent des Zielbetrags 25.000 Euro erreicht wurden.Kettler freut sich riesig über diese Resonanz. „Wir sind unendlich dankbar. Da waren auch sehr große Einzelspenden dabei.“ Sie sei baff, dass innerhalb so kurzer Zeit ein solcher Zusammenhalt entstehen konnte. Der Beitrag sei für die Familie unheimlich wichtig.