Sie gaben sich am Abend des 13. Januar 2023 als Polizisten aus und verschafften sich laut Anklageschrift gewaltsam Zutritt in das Wohnhaus des Seniors. Der weigert sich zunächst noch, Bargeld oder Wertgegenstände herauszugeben. Daraufhin soll der heute 35-Jährige aus dem Kreis Gifhorn den wehrlosen Mann mehrfach geschlagen haben.
Schließlich gibt der so Misshandelte vor lauter Angst nach und rückt einen Schlüssel zu einem Wertgelass heraus. Die Beute: Jagdwaffen, Munition, Bargeld und Schmuck. Die Täter machten sich erst nach der Durchsuchung des Hauses mit der Beute aus dem Staub.
Nun hat die Strafkammer 9 den 35-Jährigen „wegen schweren Wohnungseinbruchsdiebstahls in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz und Führen von Schusswaffen und mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz von Munition zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt“, teilte Landgerichts-Sprecherin Dr. Janina Schaffert auf AZ-Nachfrage mit. Außerdem hat die Strafkammer „die Einziehung von Taterträgen“ in Höhe von 7.200 Euro angeordnet.
Damit folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft, so Schaffert weiter. „Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten beantragt, deren Vollstreckung aber ausgesetzt zur Bewährung.“ Vor Prozessbeginn hatte die Staatsanwaltschaft auf AZ-Nachfrage noch von schwerem Raub gesprochen, was eine Mindeststrafe von fünf Jahren Haft bedeutet hätte.
Über DNA-Spuren, die der Täter damals am Tatort zurückgelassen hatte, kam die Kripo ihm im Lauf der Zeit auf die Spur. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im August vorigen Jahres stellten die Ermittler Diebesgut sicher. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.
Der Prozess ging über drei Verhandlungstage, ursprünglich waren vier angesetzt. Das Urteil ist laut Schaffert noch nicht rechtskräftig. Der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten.