Bei einer Freien Schule soll der Fokus auf die individuelle Entwicklung sowie die Stärkung der Interessen und Potenziale der Schülerinnen und Schüler gelegt werden. Diese werden in altersgemischten Gruppen unterrichtet - so sollen beispielsweise die Jüngeren von den Älteren lernen. Außerdem ist es je nach Lernstand zum Beispiel möglich, dass ein Kind in Mathe auf Zweit- und in Deutsch auf Drittklässler-Ebene unterrichtet wird. Eingehalten wird dabei das niedersächsische Kerncurriculum.
Ins Leben gerufen wurde die Initiative für Gifhorn Anfang des Jahres vom Ehepaar Ilona und Johann Derksen. „Eigentlich war es zunächst nur eine kleine Kampagne“, sagt Ilona Derksen. Doch schnell habe sich gezeigt, dass das Interesse groß ist, es habe zahlreiche Nachfragen gegeben. Gehandelt habe man auch aus eigener Motivation, fügt Johann Derksen hinzu: „Wir haben Kinder, die bald ins schulfähige Alter kommen.“
Mit dem zuständigen Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Braunschweig sei man in ständigem Kontakt, ebenso mit Pädagogen, sagt Ilona Derksen. Ihr Mann erklärt: „Es wird eine Privatschule, der Trägerverein stellt unter anderem das Gebäude.“ Ein solches gebe es noch nicht, man sei auf der Suche - dabei gebe es Unterstützung von der Gifhorner Stadtverwaltung. Stellenausschreibungen für Lehrkräfte sollen zu gegebener Zeit folgen. Was dem Ehepaar wichtig ist zu erwähnen: „Wir wollen uns nicht gegen das Regelschulsystem positionieren, sondern eine Ergänzung bieten“, betont Johann Derksen.
Eine Privatschule bedeutet auch, dass es Schulgebühren gibt. Schließlich muss die Freie Schule finanziert werden. Eventuelle Zuschüsse durch das Land gebe es frühestens ab dem vierten Jahr, sagt Ilona Derksen - bis dahin müsse sich das ganze Projekt selber tragen. Allerdings soll die Höhe der Schulgebühren einkommensabhängig gestaltet werden. Vorgesehen ist übrigens eine verlässliche offene Ganztagsschule, was bedeutet, dass es ein freiwilliges Nachmittagsangebot gibt.
Ilona und Johann Derksen nennen einige weitere Punkte, die das System der Freien Schule in Gifhorn bieten soll: Die Schule als Lern- und Lebensort werde aktiv durch die Kinder mitgestaltet. Interessengeleitetes Lernen stärke die Selbstverantwortung, gefördert werden sollen gesunde physische, psychische und kognitive Entwicklung. Umgesetzt werden soll alles sowohl politisch aus auch konfessionell neutral.
Da das Projekt Freie Schule in Gifhorn noch am Anfang steht, ist ein Start zum Schuljahr 2026/2027 ziemlich ambitioniert. „Aber wir wissen, dass es zeitlich möglich ist“, sagt Johann Derksen. Wer das Projekt aktiv oder passiv unterstützen möchte, Ideen dafür oder vielleicht sogar die Möglichkeit hat, ein geeignetes Gebäude - idealerweise im Gifhorner Stadtgebiet - zur Verfügung zu stellen, kann mit dem Trägerverein „Wir Bilden Zukunft” per E-Mail unter hallo@freieschule-gifhorn.de oder via Instagram unter freieschule.gifhorn Kontakt aufnehmen.