987 Körperverletzungen kamen bei der Polizei zur Anzeige. Das sind 84 Fälle (9,3 Prozent) mehr als noch im Jahr davor. Bei Bedrohungen ging es um neun Fälle (2,45 Prozent) auf 376 nach oben. Nötigungen gingen um 14 Fälle (14,14 Prozent) zurück auf 85 Taten.
In 50 Fällen wurden insgesamt 105 Beamtinnen und Beamte selber Opfer von Rohheitsdelikten. Das waren weniger als 2023, als in 59 Fällen 126 Beamtinnen und Beamte Opfer wurden. 2024 ging es in 37 Fällen um Widerstand und tätlichen Angriff (2023: 46) gegen insgesamt 84 Kräfte (106), in 13 Fällen um Bedrohung, Nötigung oder Beleidung (elf) gegen 23 Kräfte (17). 2023 gab es in zwei Fällen von Körperverletzung drei Verletzte.
Die ermittelten Tatverdächtigen waren in 45 Fällen Erwachsene und in fünf Fällen Heranwachsende. In 27 Fällen waren die Täter durch Alkohol und in sechs Fällen durch andere Rauschmittel beeinflusst.
Hass im Netz ist auch im Kreis Gifhorn ein zunehmendes Thema, so Kripochef Franz Mahncke. 19 Fälle wurden der Polizei 2023 bekannt, im Jahr darauf waren es schon 39 - unter anderem wegen Kommentaren zum Christopher Street Day in sozialen Medien. „Die Opfer werden in der Regel angefeindet, weil sie einer bestimmten Gruppe zugehören“, so Mahncke. Zum Beispiel weil sie Mandatsträger seien oder einer Minderheit angehörten.
In diesem Deliktfeld rechnet Mahncke mit einer hohen Dunkelziffer. „Auch hier ist es maßgeblich vom Anzeigeverhalten der Geschädigten abhängig.“
348 Straftaten seien im vergangenen Jahr von 345 Tatverdächtigen mit Asyl-Hintergrund begangen worden, so Mahncke. Aus dieser Statistik seien jene Taten, die per se nur Ausländer begehen könnten, schon rausgerechnet. Es handele sich also um Taten, die auch deutsche Staatsbürger so begangen haben könnten. Den Anteil dieser Zielgruppe an Straftaten im Kreis Gifhorn sieht Mahncke jedenfalls nicht als auffällig an. „Es gibt sehr viele andere Faktoren als die Herkunft.“