Künftig will die Stadt bei der Planung neue Wege gehen. Sie schlägt der Politik vor, kleinteiliger und individueller auf die jeweiligen Viertel und Quartiere zu schauen.
Mehr als 300 Stellungnahmen landeten im Rathaus zu einem ersten Entwurf zur Nachverdichtung im Wittkopsviertel. Dort waren die Wogen hochgeschlagen über die Pläne. Nicht die einzige Erfahrung, die die Bauverwaltung gemacht hat. Immer wieder habe es im Zuge von Planverfahren von Bürgern vielerlei Befürchtungen gegeben, dass sich Bedingungen negativ verändern könnten, berichteten Bürgermeister Matthias Nerlich (CDU) und Stadtbaurat Oliver Bley. Künftig sollen Kriterien zur Nachverdichtung weniger allgemein greifen. „Was sind die prägenden baulichen Eigenschaften in diesem Gebiet?“ Diese Frage soll im Zentrum stehen, so der Bürgermeister. In von Flachdach-Bungalows geprägten Quartieren passe kein Satteldach und kein Geschosswohnungsbau, umgekehrt wäre ein Einfamilienhaus zwischen Mehrfamilienhäusern wohl eher fehl am Platz.
Kleinteilig denken auch deshalb, weil sich Situationen in Siedlungsgebieten von einer Straße zur anderen änderten. Wieder Beispiel Wittkopsviertel: So sei zu schauen, ob es am Fischerweg die gleichen Voraussetzungen gibt wie am Wittkopsweg. Und damit heißt es nun sehr technokratisch in der Vorlage: „Nunmehr ist die Meinungsbildung soweit gediehen, dass Bauleitplanungen mit dem Ziel Nachverdichtung zu ermöglichen auch in der Zukunft weiterverfolgt, jedoch in jedem Einzelfall entsprechend der örtlichen Situation individuell ausgestaltet werden sollen.“
Neben dem Wittkopsviertel hat die Verwaltung weitere Gebiete in Sachen Nachverdichtung im Auge. Etwa das Gebiet nördlich der Celler Straße im Bereich Konrad-Beste-Straße, in Gamsen im Bereich zwischen Hamburger Straße/Bruno-Kuhn-Straße/Am Sportplatz/Neubokeler Straße und am Dannenbütteler Weg. Dort wäre auch Geschosswohnungsbau möglich. Nerlich: „Es gibt für alle Varianten Möglichkeiten.“