Die Regionalbischöfin betonte, wie wichtig Empathie in einer Leitungsverantwortung ist und sprach vom Bild, „die eigenen Schuhe auch einmal auszuziehen“, um sich in die Lebenswirklichkeit anderer hineinzuversetzen. Wer ein Leitungsamt übernehme, gehe seinen Weg in eigenen Schuhen und präge neue Spuren, tue aber gut daran, sich zugleich vorzustellen, ein Stück in den Schuhen anderer zu gehen. Für Behr wünschte sie sich, dass er als „freudiger Gehilfe in diesem Kirchenkreis wirkt – mit Humor, Herz und einem wachen Sinn für die unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen“.
In seiner Predigt nach der offiziellen Einführung zum Superintendenten knüpfte Andreas Behr an die biblische Geschichte von Philippus und dem äthiopischen Finanzbeamten aus der Apostelgeschichte 8 sowie an das Bild des über Jahrhunderte errichteten Kölner Doms an. Anhand dieser Beispiele warb er dafür, den Blick nicht ausschließlich auf Verlusterzählungen und Sorgen zu richten, sondern „Geschichten vom Gelingen“ in den Mittelpunkt zu stellen.
„Ich möchte am Ende meiner Dienstzeit nicht nur davon erzählen, wie viele Menschen aus der Kirche ausgetreten sind oder wie viele Gebäude wir aufgeben mussten, sondern von lebendigen Kirchen, von Gottesdiensten, in denen gefeiert wurde, und von Orten, an denen Menschen Kraft geschöpft haben“, sagte Behr. Der hoffnungsvolle Blick sei keine Schönfärberei, sondern Ausdruck einer geistlichen Haltung, führte der neue Superintendent aus. Zum Glauben gehöre es, das Gute zu sehen und segensreiche Momente ernst zu nehmen – mitten in allen Herausforderungen. Ziel seines Dienstes sei es, gemeinsam mit den Gemeinden „nicht vom Untergang, sondern vom Aufbruch, nicht nur vom Alltag, sondern vom Fest und nicht vom Tod, sondern von der Auferstehung“ zu erzählen.
Mit seinem Amtsantritt kehrt Andreas Behr in eine vertraute Region zurück: Vor vielen Jahren hatte er bereits als Pastor in der Martin-Luther-Gemeinde und an St. Nicolai in Gifhorn gearbeitet. Erfahrungen aus der Gemeindearbeit, aus seiner Tätigkeit am Religionspädagogischen Institut Loccum und aus landeskirchlichen Aufgaben – unter anderem als Beauftragter für den Kirchentag – bringt er nun in die Leitung des Kirchenkreises ein. Leitend ist für ihn dabei das biblische Bild vom „Gehilfen der Freude“, das er als Beschreibung seines Dienstes im Miteinander mit Synode, Kirchenkreisvorstand und Pastoren sowie den Mitarbeitenden im Kirchenkreis versteht.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Besucher zu einem Empfang in der St.-Nicolai-Kirche eingeladen. Dort bestand Gelegenheit, dem neuen Superintendenten persönlich zu gratulieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.