Diese traf der Ortsrat in einer extra einberufenen Sondersitzung. Ganz so dramatisch wie in einer der voran gegangenen Sitzungen noch angenommen stellte sich die Lage nun nicht mehr dar: Damals war man von bis zu 55.000 Euro ausgegangen, die wegfallen könnten, inzwischen ist es wohl deutlich weniger. Der Ortsrat beantragte nämlich, „zusätzlich 20.000 Euro nicht verbrauchter Mittel in den Haushalt 2026 zu übertragen.“
Die Zeit bis zur Sondersitzung jedenfalls hatte Gamsens Ortsrat genutzt, um sich „in intensiven Gesprächen nachschulen zu lassen“ hinsichtlich des Haushaltsrechts. „Wir sind ja alle nur ehrenamtlich politisch aktiv und keine Verwaltungsjuristen“, begründete Ortsbürgermeister Dirk Reuß den Nachholbedarf. Ergebnis der Nachschulung sei der nun einstimmig an der Stadtrat adressierte Antrag.
Warum in diesem die zusätzlich zu übertragene Summe inzwischen mit 20.000 Euro deutlich niedriger ausfällt als bisher, erläuterte Thomas Hermann (FDP): Man habe 2025 bereits einige geplante Maßnahmen umgesetzt. Zur Sitzung im November seien diese allerdings noch nicht abgerechnet gewesen, weshalb man von einem größeren Ortsratsbudget ausging. Mittlerweile lagen dem Ortsrat aktuelle Zahlen vor, so dass eine Reduzierung möglich war. Den Bedarf, zusätzliche Mittel des Ortsratsbudgets ins kommende Haushaltsjahr zu übertragen, untermauerte der Ortsrat mit 2026 geplanten Investitionen. So sollen das Ehrenmal barrierefrei umgestaltet (37.900 Euro), ein Gemeindebüro in der Alten Bücherei eingerichtet (16.350 Euro) sowie ein Rednerpult (4.100 Euro) und Bestuhlung fürs Dorfgemeinschaftshaus angeschafft werden (9.800 Euro).
Das Ehrenmal ist generell in keinem guten Zustand. In einem ersten Schritt möchte der Ortsrat es 2026 barrierefrei gestalten. Bisher haben Gehbehinderte und Rollstuhlfahrende keine Möglichkeit dorthin zu gelangen. Sie müssen beim Volkstrauertag an der Hamburger Straße bleiben. Das gemeinhin Alte Bücherei genannte Gemeindehaus steht ab Februar kommenden Jahres leer und soll stärker genutzt werden, auch von Vereinen. Zunächst ist vorgesehen, dort ein Gemeindebüro nebst Archiv einzurichten. Das Dorfgemeinschaftshaus wird privat und von Vereinen für Veranstaltungen und Versammlungen genutzt. Musikanlage und Beamer hat man bereits in den vergangenen Jahren angeschafft, Rednerpult und Bestuhlung sollen nun folgen.
■ Alles in allem bezifferte der Ortsrat die investiven Maßnahmen 2026 mit gut 68.300 Euro. Man überschreite den regulär maximal möglichen Haushaltsansatz von 54.700 Euro demnach um 13.600 Euro. Daher beantrage man ausnahmsweise, 20.000 Euro zusätzlich ins kommende Haushaltsjahr übertragen zu können. Für weitere Maßnahme verfüge man dann noch über 6.400 Euro und liege somit im Rahmen der Bewirtschaftungsgrundsätze. „Wir hoffen, dass der Stadtrat zustimmt. Aber das liegt nicht in unserer Hand“, sagte Ortsbürgermeister Reuß.