Leiferde trauert um Ilias Pilatos
Ex-Gastronom erlag den Folgen seiner schweren Erkrankung - Familie dankt allen Spendern

Trauer in Leiferde: Ilias Pilatos, Ex-Besitzer des Restaurants Irodion, ist am 5. Janaur verstorben.Foto: privat
Leiferde. Der Lebenswille war groß, doch der Körper streikte: Der Leiferder Ilias Pilatos, ehemaliger Inhaber des griechischen Restaurants Irodion, ist gestorben. Der 56-Jährige erlag an den Folgen einer schwerwiegenden Erkrankung, die schon viele Jahre zurückliegt. Neun Jahre lang hatten ihn zuletzt Durchblutungsstörungen beeinträchtigt, schließlich kam er mit großen Schmerzen ins Krankenhaus. Eines der Beine wurde gar nicht mehr durchblutet, in einer Notoperation musste es amputiert werden. Bald darauf entschieden die Ärzte, dass es keine andere Möglichkeit gebe, als Pilatos auch das andere Bein abzunehmen.

Um diesen gesundheitlichen Schicksalsschlag bewältigen zu können, hatte Jan-Eric Böhnke als Freund der Familie online zu einer Spendenaktion aufgerufen. Der Familie ist nun trotz der großen Trauer daran gelegen, transparent zu machen, wie hilfreich das gesammelte Geld in den letzten Monaten war. Rund 20.000 Euro waren zusammen gekommen.

„Die Familie möchte Danke sagen“, erklärt Böhnke. Im Zuge der Beinamputation musste das Wohnhaus von Pilatos komplett umgebaut werden. „Der Umbau war fertig, Bad und Rampe so, dass er mit dem Rollstuhl klar kommen konnte“, erläutert Böhnke. Davon habe der Gastronom auch die letzten Monate sehr profitiert. „Er fuhr hier im Ort mit seinem E-Rollstuhl umher, hat neuen Lebensmut gefunden“, sagt der Kümmerer. Auch dank der großen Welle

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an Hilfsbereitschaft habe sich Pilatos nicht aufgegeben und sein Schicksal als Herausforderung angenommen. „Er hatte mit dem Prothesentraining begonnen, es sah alles gut aus“, berichtet Böhnke. Doch dann spielten innere Organe plötzlich nicht mehr mit, Pilatos musste ins Krankenhaus. Die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr retten. Am 5. Januar verstarb der Leiferder.

Mitten in der Trauer ist seinen Angehörigen wichtig, ihre Dankbarkeit über Anteilnahme und Spendenbereitschaft publik zu machen. Eine Restsumme von etwa 2.500 Euro soll nun einen Teil der Beerdigungskosten abdecken, teilt Böhnke mit. Auf der Online-Plattform gofundme hatte er vor einigen Monaten mit Foto und einfühlsamem Text auf das Schicksal des Gastronom aufmerksam gemacht und erklärt, warum er zu Spenden aufruft. Um Pilatos ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, stand neben dem Umbau mehrerer Räumlichkeiten im Haus auch die Finanzierung von Hilfsmitteln im Vordergrund. Und: Dem Gastronom brachen mit seiner schwerwiegenden Erkrankung auch die Einnahmen als Restaurantbesitzer weg. Dank der großzügigen Spenden habe man den Umbau des Wohnumfeldes rasch hinbekommen, lobt Böhnke. Im Namen der Familie dankt er auf der eingerichteten Spendenseite im Internet im Namen der Familie: „Jeder einzelne Beitrag hat geholfen, Ilias in seiner schweren Zeit ein Stück Würde, Sicherheit und Unterstützung zu geben.“

Wichtig ist dem Wegbegleiter auch zu erzählen, wie wichtig Pilatos der Fortbestand des Restaurants an der Hauptstraße war. Eröffnet hatte der Gastronom dort seinen Betrieb im Jahr 2019. Davor befand sich in dem Gebäude an der Leiferder Hauptstraße die Gaststätte „Zum Lindenhof“. Als Pilatos im November vergangenen Jahres das Lokal aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, begleitete er die Suche nach einem Nachfolger aktiv: „Es war ihm sehr wichtig, dass das Restaurant für Leiferde erhalten bleibt.“

Wer sich von Pilatos verabschieden möchte, kann am Mittwoch, 14. Februar, 11 Uhr, an einer Andacht in der griechisch-orthodoxen Gemeinde am Dannenbüttler Weg in Gifhorn teilnehmen.



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