Bessere Hausarzt-Versorgung

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sind die Ärzte zu viert, dann komme ein weiterer Hausarzt - Facharzt für Innere Medizin - dazu. Somit könne die Praxis jetzt wieder neue Patienten aufnehmen.

Die Facharztstellen im Raum Gifhorn seien weitgehend besetzt, sagt Dr. Klaus-Achim Ehlers, Hausarzt in Gifhorn und Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Und jetzt zeichne sich ab, dass sich auch die Versorgung bei den Hausärzten verbessere. „Es entspannt sich langsam.“

Mentoring-Programme, Stipendien für angehende Mediziner, die sich im Kreisgebiet niederlassen sollen, und Investitionsförderungen: Die Anstrengungen von Landkreis Gifhorn und Kassenärztlicher Vereinigung zahlen sich laut Ehlers aus. „All das trägt langsam Früchte.“

Laut Kassenärztlicher Vereinigung ist der Landkreis Gifhorn mit Fachärzten gut versorgt, so Sprecher Detlef Haffke. „Hier Fgibt es offene Kassenzulassungen für einen Hautarzt, einen Kinder- und Jugendarzt und zwei ärztliche Psychotherapeuten.“

Bei den Hausärzten sieht es unterschiedlich aus: Im Mittelbereich Braunschweig Umland, zu dem viele Südkreis-Gemeinden zählen, liege der Versorgungsgrad bei 90,6 Prozent (30 Hausärzte für 52.674 Einwohner). „Bis zur Sperrung (110 Prozent) können sich noch 6,5 Hausärzte niederlassen.“ Im Mittelbereich Gifhorn mit der Kreisstadt und benachbarten Umlandgemeinden seien es 97,7 Prozent Versorgung (63 Hausärzte für 104.770 Einwohner) und acht Hausärzte, die noch dazustoßen könnten. Der Mittelbereich Wittingen (13,5 Hausarztstellen für 19.956 Einwohner) kommt auf eine Quote von 104,2 Prozent, dort könne noch eine Kraft dazukommen. Enger sieht es im Mittelbereich Wolfsburg Umland aus, zu dem auch weite Teile des Ostkreises gehören (19 Hausärzte und 40.123 Einwohner): Die Quote liegt bei 77,2 Prozent, 8,5 Hausarztstellen seien bis zur Quote 110 Prozent noch möglich.

Das sind Zahlen nach dem Stand vom Juli 2025, schränkt Haffke ein. Die neuen Zahlen erwartet er für März dieses Jahres.

Ausruhen könne man sich darauf aber nicht, ist Ehlers mit Blick auf die Entwicklung klar. Einige Kollegen hätten schon bis über den 70. Geburtstag hinaus praktiziert, andere stünden in wenigen Jahren vor der Frage, ob sie in Ruhestand gehen. Das Thema bleibe also wichtig genug, am Ball zu bleiben. Das sagt auch Haffke: „Bei einem Altersdurchschnitt von aktuell 54,5 Jahren gehen viele niedersächsische Ärztinnen und Ärzten in den kommenden Jahren in den Ruhestand, was zu einem erheblichen weiteren Nachbesetzungsbedarf führt.“

Dr. Adel Mahdy hat seinen Beitrag geleistet, nicht nur mit dem Umzug. Er hat noch zwei weitere Praxen im Kreisgebiet: in Wesendorf mit seinem zweiten Sohn und zwei Kollegen sowie in Osloß mit zwei Ärzten. Und seine beide Töchter seien gerade im Studium.

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