Polizei Gifhorn warnt vor Betrugsmasche
Falsche Microsoft-Mitarbeiter verlangen hohe Summen für Wiederherstellung des Rechners

Die Polizei warnt vor Betrugmasche: Beim Internetsurfen poppen Sicherheitswarnungen auf, die den Nutzer zum Anruf bei falschen Supportdiensten auffordern.Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Gifhorn. „Ein Virus hat Ihren Rechner befallen - rufen Sie jetzt an!“- Mit solchen und ähnlichen bedrohlich wirkenden Meldungen im Browser versuchen Betrüger gezielt, Menschen zur Kontaktaufnahme zu bewegen. Erst vor wenigen Tagen fiel eine 73-jährige Frau aus dem Landkreis Gifhorn dieser perfiden Masche zum Opfer: Beim Surfen im Internet erschien plötzlich ein Pop-Up-Fenster mit der Warnung vor einem angeblichen Hacker-Angriff auf ihren PC.

In dem Fenster wurde sie aufgefordert, umgehend eine angegebene Telefonnummer anzurufen - und genau das tat sie. Am anderen Ende der Leitung gab sich ein angeblicher Support-Mitarbeiter als „Microsoft-Techniker“ aus und verlangte für eine vermeintliche Problemlösung die Überweisung von 249 Euro. Die Geschädigte kam dieser Aufforderung nach, nachdem sie sich durch die professionell wirkende Darstellung verunsichern ließ. Der Fall zeigt, wie realistisch und überzeugend die betrügerischen Warnmeldungen gestaltet sind und wie schnell selbst erfahrene Internetnutzer verunsichert werden können. Gerade ältere Menschen geraten dabei immer wieder

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ins Visier von Tätern, die gezielt auf Angst und Unsicherheit setzen.

So läuft die Masche ab: Bei der weitverbreiteten Betrugsform erscheinen plötzlich Pop-Up-Fenster in Browsern, die angebliche Fehlermeldungen oder Sicherheitswarnungen anzeigen. Diese Meldungen suggerieren, dass der Computer mit Schadsoftware infiziert oder gehackt sei. Es wird eine Telefonnummer angezeigt, die angeblich zum technischen Support eines bekannten Software-Anbieters wie Microsoft führen soll.

Ruft das Opfer die Nummer an, melden sich Betrüger, die sich als Support-Mitarbeiter ausgeben. Sie behaupten, sie könnten das Problem beheben, und versuchen, durch geschickte Gesprächsführung Vertrauen zu gewinnen. Oft wollen sie den Opfern Fernwartungssoftware installieren lassen, um Zugriff auf den Rechner zu erhalten und sensible Daten auszuspähen. Anschließend werden hohe Summen für angebliche Dienstleistungen oder Software-Lizenzen verlangt – Geld, das tatsächlich nie einem seriösen Unternehmen zufließt. Wichtig zu wissen: Seriöse Unternehmen wie Microsoft kontaktieren ihre Kunden nicht ungefragt über Pop-Ups oder Anrufe, um Probleme auf Endgeräten zu beheben.

Um nicht Opfer dieser Betrugsmasche zu werden, rät die Polizei, dass Pop-Up-Fenster dieser Art sofort geschlossen und keine angezeigten Nummern angerufen werden sollten. Niemals dürfen persönliche Daten wie Bankverbindungen, Passwörter oder TANs am Telefon preisgegeben oder unbekannten Anrufern Zugriff auf den Rechner gewährt werden – wie etwa durch die Installation von Fernwartungssoftware. Seriöse Support-Mitteilungen enthalten keine Telefonnummern, die zur Kontaktaufnahme auffordern.

Auf dem persönlichen Computer sollten stets ein aktuelles Virenschutzprogramm genutzt und Betriebssystem-Updates installiert werden. Weiter empfiehlt die Polizei, keine unbekannte Software zu installieren und bei unerwarteten Meldungen während des Internetsurfens immer misstrauisch zu bleiben. Wenn bereits Geld überwiesen oder Daten preisgegeben wurden, sollte der Rechner sofort vom Internet getrennt, der Vorfall umgehend der Bank gemeldet und Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

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