Eigentlich sah alles nach einem teuren Reisesommer aus: Debatten über steigende Flugpreise und höhere Urlaubskosten hatten viele Reisende auf Preisaufschläge eingestellt. Doch die Entwicklung fällt überraschend aus.
Laut einer aktuellen Auswertung von HolidayCheck sind viele beliebte Pauschalreiseziele derzeit günstiger als noch zu Jahresbeginn, einige sogar preiswerter als im Sommer 2025. Der Reiseanbieter spricht deshalb von einer „starken Last-minute-Saison“, von der vor allem flexible Urlauberinnen und Urlauber aktuell profitieren könnten.
Für die Analyse wurden mehrere Millionen Angebote für einwöchige Pauschalreisen für zwei Personen ausgewertet – inklusive Flug, Transfer und mindestens einer Verpflegung pro Tag. Berücksichtigt wurde der Reisezeitraum zwischen Ende Juni und Mitte September 2026. Hier lohnt sich spätes Buchen jetzt.
Obwohl Reisen insgesamt vielerorts teurer geworden sind, gibt es einige Ausnahmen. Besonders deutlich fallen die Preisrückgänge in beliebten Sonnenzielen aus.
Den größten Rückgang im Vergleich zum Sommer 2025 verzeichnet Hurghada in Ägypten: Hier liegen die Preise aktuell rund 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die Kanaren zeigen sich günstiger als noch vor einem Jahr. Auf Gran Canaria zahlen Reisende im Schnitt 13 Prozent weniger, auf Teneriffa sind es 12 Prozent.
Leichte Preisnachlässe gibt es außerdem auf Madeira, in Marsa Alam und auf der tunesischen Insel Djerba. Dort liegen die Kosten 2 bis 3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
Besonders interessant ist der Blick auf die Preisentwicklung seit Jahresbeginn. Denn viele Regionen sind heute günstiger als noch im Januar – obwohl die Hauptreisezeit unmittelbar bevorsteht.
An der Costa Brava sind die Preise seit Januar um rund 10 Prozent gesunken. Auch Reisen nach Hurghada und Fuerteventura kosten derzeit etwa 9 Prozent weniger. Selbst Mallorca, traditionell eines der beliebtesten Sommerziele deutscher Urlauber, ist aktuell rund 4 Prozent günstiger als noch zu Jahresbeginn.
Für flexible Reisende könnte sich das Warten auf Last-minute-Angebote in diesem Sommer daher auszahlen.
Allerdings gilt das nicht für alle Destinationen. Auf den Azoren, Madeira sowie den griechischen Inseln Rhodos und Korfu sind die Preise seit Januar gestiegen. Auch Lanzarote gehört zu den Zielen, bei denen frühes Buchen die bessere Strategie gewesen wäre.
Am günstigsten fällt der Sommerurlaub aktuell an der spanischen Costa Brava aus. Eine Woche Pauschalreise für zwei Personen kostet dort im Durchschnitt 1620 Euro. Ebenfalls vergleichsweise preiswert sind Ziele am Roten Meer: Für einen Urlaub in Hurghada werden durchschnittlich 1900 Euro fällig, in Marsa Alam knapp 2000 Euro. Auch Djerba und mehrere Kanareninseln gehören zu den günstigeren Sommerzielen.
Mallorca bewegt sich mit durchschnittlich 2230 Euro pro Woche im Mittelfeld der untersuchten Regionen.
Deutlich teurer wird es dagegen auf den Azoren: Hier zahlen Paare im Schnitt 3130 Euro für eine Woche Pauschalurlaub. Ebenfalls hochpreisig sind die Türkische Ägäis mit rund 3050 Euro sowie Sardinien mit etwa 3030 Euro.
Zwischen dem günstigsten und teuersten Reiseziel liegen damit mehr als 1500 Euro Preisunterschied – ein Betrag, der für viele Reisende den Ausschlag bei der Urlaubsplanung geben dürfte. Die folgende Übersicht zeigt die Preise für eine einwöchige Pauschalreise eines Paares inklusive Flug, Transfer und mindestens einer Verpflegung pro Tag. Betrachtet wird der Abreisezeitraum vom 29. Juni 2026 bis zum 13. September 2026. Erhoben wurden die Preise im Juni:
• Costa Brava (Spanien): 1620 Euro
• Djerba (Tunesien): 1870 Euro
• Hurghada (Ägypten): 1900 Euro
• Marsa Alam (Ägypten): 1990 Euro
• Fuerteventura (Spanien): 2180 Euro
• Teneriffa (Spanien): 2200 Euro
• Gran Canaria (Spanien): 2230 Euro
• Mallorca (Spanien): 2230 Euro
• Costa del Sol (Spanien): 2290 Euro
• Türkische Riviera (Türkei): 2370 Euro
• Menorca (Spanien): 2510 Euro
• Korfu (Griechenland): 2510 Euro
• Costa de la Luz (Spanien): 2520 Euro
• Madeira (Portugal): 2610 Euro
• Kos (Griechenland): 2630 Euro
• Rhodos (Griechenland): 2680 Euro
• Kreta (Griechenland): 2690 Euro
• Lanzarote (Spanien): 2720 Euro
• Algarve (Portugal): 2800 Euro
• Formentera (Spanien): 2910 Euro
• Sardinien (Italien): 3030 Euro
• Türkische Ägäis (Türkei): 3050 Euro
• Azoren (Portugal): 3130 Euro
Last-minute-Reisen entstehen häufig aus Restkontingenten kurz vor Abflug und sind deshalb besonders preisvariabel. Sie eignen sich grundsätzlich für Reisende, die zeitlich und bei der Wahl des Ziels und der Unterkunft flexibel sind:
Beim Reisedatum können schon wenige Tage Unterschied den Preis deutlich senken. Auch ein alternativer Abflughafen kann sich lohnen, da Angebote ab anderen Airports oder teils auch ab kleineren Flughäfen oft günstiger sind und die größere Auswahl zusätzliche Sparchancen eröffnet.
Vor der Buchung lohnt außerdem ein kurzer Blick auf Hotelbewertungen, um Qualität und Preis realistisch einzuordnen. Achte zusätzlich darauf, dass die Anzahl der Bewertungen repräsentativ ist. Gerade bei Last-minute-Angeboten ist es zudem wichtig, nicht nur den reinen Reisepreis zu betrachten, sondern die gesamten Urlaubskosten inklusive möglicher Zusatzleistungen zu vergleichen – etwa Sitzplatzreservierungen im Flugzeug (zum Beispiek zusammen sitzen oder mehr Beinfreiheit), zusätzliches Aufgabegepäck, Hotel-Upgrades wie Meerblick oder eine bessere Zimmerkategorie, Verpflegungs-Extras wie All-Inclusive statt Halbpension, Reiseversicherungen oder auch vor Ort gebuchte Leistungen wie Mietwagen, Ausflüge oder Eintrittskarten.