Ein Anruf am späten Abend
„Da fließt Wasser bei dir aus der Einfahrt.“ Ein Anruf am Dienstag gegen 23 Uhr veranlasste den 90-jährigen Otto Bertram, noch einmal aus dem Haus zu gehen. Dann sah er die Bescherung selbst. Am Morgen danach sind noch Spuren auf seinem Rasen zu sehen, die die Fontäne aus dem Gehweg vor seinem Grundstück hinterlassen hat. Wenigstens habe er seit dem Morgen wieder Wasser, und sein Keller sei auch trocken.
„Es soll einen ordentlichen Springbrunnen gegeben haben“, berichtet Bürgermeister Hermann Schölkmann. Die Feuerwehr habe in der Nacht eingegriffen und das Wasser in die Gullys geleitet. Zeitweise habe fast der ganze Ort keinen Wasserdruck mehr gehabt - wenigstens nur zu nachtschlafender Zeit.
Frisch eingeseift - und dann kein Wasser mehr
Allerdings habe er von einem Rötgesbütteler gehört, der frisch eingeseift unter der Duschbrause stand, als diese versiegt war, berichtet der Bürgermeister. Für die meisten Bewohner des Orts sei Wasser wieder verfügbar gewesen, nachdem der Wasserverband die Bruchstelle abgeschiebert habe und Wasser dank des Verbundsystems aus anderer Richtung gekommen sei.
Der dritte Wasserrohrbruch in diesem Jahr, der etwa 25. seit einigen Jahren: Die Asbestzement-Leitung aus den 1960-er Jahren hält nicht mehr durch. Es ist ein Abschnitt der Hauptleitung von Wedelheine über Meine und Rötgesbüttel nach Ribbesbüttel.
Die Strecke unter der Dorfstraße will der Wasserverband dieses Jahr erneuern. Jene unter der B4, wo es vor wenigen Tagen einen Bruch gab, ist mit der großen Baumaßnahme ab März kommenden Jahres fällig. Im Sandkamp laufen seit drei Monaten Erneuerungsarbeiten an einer Seitenleitung. Aus Sicht Schölkmanns und der anderen Rötgesbüttler ist es höchste Eisenbahn für eine Erneuerung.
Otto Bertram ist gespannt, wie lange die Bauarbeiten in der Dorfstraße zum endgültigen Tausch der Leitung wohl dauern mögen. Er deutet auf das tiefe Loch vor seinem Grundstück: „Gucken Sie mal, wie viele Leitungen da liegen. Und die Hauptleitung ist noch darunter. Was das für eine Arbeit ist.“
In der Tat: 500.000 Euro Baukosten und vier Wochen Vollsperrung plant der Wasserverband Gifhorn laut Geschäftsführer Christian Lampe für die Erneuerung der Trinkwasserleitung unter der Dorfstraße ein. Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest, die Arbeiten sollen aber auf jeden Fall vor der B4-Maßnahme abgeschlossen sein.
Umleitungsverkehr würde Rohr den Rest geben
Denn der zusätzliche innerörtliche Umleitungsverkehr würde die Dorfstraße und damit auch die alte Leitung darunter zusätzlich belasten, so Lampe. „Ersetzt werden muss sie ohnehin. Die Wasserrohrbrüche zeigen, dass es nötig ist.“
Der Rohrbruch vom Dienstag sei behoben, so Lampe. Die Baugrube werde allerdings noch bis kommende Woche daran erinnern. Der Boden sei so mit Feuchtigkeit gesättigt, dass es keinen Sinn mache, sie jetzt zu verfüllen.