Von der Kita zu einem Haus der Generationen
Nachnutzungskonzept beschlossen: Wie sich die Stadt Gifhorn die Zukunft der Katharina-von-Bora-Kindertagesstätte vorstellt

Gifhorn. Von der Kindertagesstätte zum Haus der Generationen: Das Nachnutzungskonzept für die Katharina-von-Bora-Kita an der Freiherr-vom-Stein-Straße in der Gifhorner Südstadt ist beschlossene Sache. Der Rat der Stadt hat es jetzt mit großer Mehrheit beschlossen.

Immer weniger Nachfrage nach einem Platz in der Kita neben dem Bildungszentrum des Landkreises: In Abstimmung mit dem Träger, dem evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Gifhorn, hat die Stadt Gifhorn die Schließung der Katharina-von-Bora-Kita vereinbart.

Nicht nur die Verwaltung sieht darin die Chance einer Weiterentwicklung des Campus‘, zu dem sie eben auch jene Einrichtung an der Freiherr-vom-Stein-Straße noch zählt. Neben Fritz-Reuter-Realschule, Sporthalle und Sportplatz des Sportzentrums Süd, Jugendbegegnungsstätte, Grille, Kita, entstehender Hauptschule sowie Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule käme dann ein Haus der Generationen dazu. Auch die Politik sieht darin eine Bereicherung.

„Das Quartier und der Bildungscampus werden nachhaltig und als sozialer, kultureller und gemeinschaftlicher Ort weiterentwickelt“, so Dustin Rösemann. „Eine Nutzung der Räume ist nun noch weiteren Zielgruppen möglich, sodass der Campus nun für noch mehr Alters- und Bevölkerungsgruppen attraktiv wird.“ Zumal dort auch ein Quartiersmanager einziehen soll.

„Gemeinschaftliche Orte entscheiden darüber, wie sich ein Stadtteil entwickelt”, sagte Sandra Zecchino (Die Linke), selbst ein „Kind der Südstadt“. „Das Haus der Generationen kann so ein Ort werden.“

„Grundsätzlich begrüßen wir die Nachnutzung“, sagte Robert Preuß für die AfD-Fraktion. Er sieht das Konzept allerdings „zu pädagogisch aufgeladen für eine Moralelite mit Regenbogenfahne“. In einem Änderungsantrag fordert die AfD, „dass das Haus vorrangig als niedrigschwelliges Stadtteilzentrum für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers entwickelt wird“.

Die große Mehrheit lehnte den Antrag ab. Horst Ganz (CDU) begründete auch, warum: Der Änderungsantrag sei unnütz, denn „es steht doch alles schon in der Vorlage“.

Nicole Rudbach findet, dass das Geld für eine Sanierung des Ratsweinkellers in Richtung Steakhouse-Nutzung für solche offenen Treffpunkte sinnvoller angelegt wäre. In einem andere Tagesordnungspunkt hatte sich die Mehrheit des Rats dafür ausgesprochen, mit dem interessierten Gastronomen aus Celle über die Verpachtung des historischen Hauses als Steakhouse zu sprechen. Kostenpunkt: 3,5 Millionen Euro.

Was ist ein Haus der Generationen?

Im „Haus der Generationen“ sollen Menschen allen Alters zusammenfinden, voneinander und miteinander lernen und den Treffpunkt selbst mitgestalten. Im Mittelpunkt stehen Demokratie, Partizipation, Inklusion und gemeinsame Verantwortung sowie Förderung sozialer Teilhabe und gelebte Inklusion. Die Stadt Gifhorn strebt auch an, ein Campus-Management dort einzurichten, Ansprechpartner für Bewohner des Quartiers.

Ziel ist es, dass sich Nachbarn, Familien, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren zum Beispiel bei kreativen Aktivitäten begegnen und gemeinsam das Leben im Quartier gestalten - auch als Mittel gegen Vereinsamung. Ein gemeinsamer Garten als Treffpunkt ist ebenfalls angedacht.

Rösemann nutzte die Gelegenheit, auf den verbesserungswürdigen Zustand der Jugendbegegnungsstätte hinzuweisen. Deren Sanierung sei „längst überfällig“. „Ich möchte daran erinnern, dass sogar schon Herr Birth eine Sanierung der Gruppenräume fest versprochen hatte. Seitdem ist nicht wirklich viel passiert. Hier muss dringend etwas passieren!“

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