Was kommt nach dem Abrissder Theaterbrücke?
Politische Gremien beraten über Beschlussvorschlag – Rat soll in seiner nächsten Sitzung entscheiden

Für Fußgänger ist das Überqueren der Braunschweiger Straße auf diesem Weg offiziell verboten. Foto: Boris Baschin
Wolfsburg. Seitdem die Theaterbrücke abgerissen wurde, gibt es für Fußgänger keinen offiziellen Weg mehr, die Braunschweiger Straße auf Höhe der Röntgenstraße zu überqueren. Um an dieser Situation etwas zu ändern, gibt es nun eine Beschlussvorlage, die in mehreren politischen Gremien zunächst beraten werden soll, bevor der Rat in seiner nächsten Sitzung am 4. September darüber entscheiden soll. Sie enthält den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie für eine Querung der Braunschweiger Straße.

In der Vorlage sind zwei Varianten vorgeschlagen, wie am Knotenpunkt Röntgenstraße kurzfristig für Fußgänger eine Möglichkeit geschaffen werden könnte, die Straße zu überqueren. Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage sei nicht davon auszugehen, dass ein Brückenneubau kurzfristig realisiert werden könne, heißt es zur Begründung. „Wir brauchen eine Lösung, damit der Kreuzungsbereich von Fußgängern möglichst schnell wieder überquert werden kann“, sagt Erich ­Schubert (SPD), Ortsbürgermeister Stadtmitte. Dass dies wichtig ist, darin stimmt auch Sabah Enversen (SPD), Ortsbürgermeister Mitte-West, zu. Doch unterscheiden sich die beiden Ortsräte in ihrer grundsätzlichen Haltung, welche langfristige Lösung sie bevorzugen. Während der Ortsrat Stadtmitte den Umbau der bestehenden Kreuzung an Braunschweiger Straße/Röntgenstraße mit Fußgänger- und Radfahrerführung bevorzugt, ist der Ortsrat Mitte-West für den Neubau einer Brücke.

Bei den im Beschlussvorschlag aufgezeigten Möglichkeiten, wie eine künftige Straßenquerung aussehen könnte, bevorzugt Schubert die zweite Variante. „Dort hat man eine Mittelinsel, um die Straße zu überqueren und behindert – im Vergleich zur ersten Variante – nicht den Linksabbieger-Verkehr in die Röntgenstraße“, sagt er. „Momentan ist der Zustand unzumutbar, da auch nur Radwege und keine vernünftigen Fußwege in dem Bereich vorhanden sind.“ Eine dauerhafte Lösung sieht er jedoch in weiter Ferne. Eine ­Brückenlösung liege – angesichts der Haushaltslage der Stadt – seiner Meinung nach eher in weiter Ferne.

Dass eine provisorische Lösung gebraucht wird, daran lässt auch Enversen keine Zweifel. Er sieht die Lage ansonsten jedoch anders. „Wir wollen eine richtige Brücke haben“, möchte er eine langfristige Lösung. Dass die Stadt eine solche Finanzierung nicht alleine leisten könne, sei klar. Seiner Meinung nach gebe es jedoch genug Förderprogramme, durch deren Unterstützung ein Brückenbau möglich sei. „Wir brauchen nicht nur eine einfache Fußgängerbrücke, sondern eine, die auch für den Radverkehr ertüchtigt wird“, sagt er. Gleichzeitig weist er auch noch einmal auf die Bedeutung einer Querungsmöglichkeit hin. „Die Braunschweiger Straße ist die schärfste Barriere, wenn wir von Mitte-West noch einen Bezug zum Rabenberg haben wollen.“

Im Ortsrat Stadtmitte wird über die Vorlage der Verwaltung am 21. August beraten. Der Ortsrat Mitte-West trifft sich am 28. August.

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