Die Wechseljahre verlaufen über vier Phasen, von der Prämenopause bis zur Postmenopause, und gehen mit tiefgreifenden hormonellen Veränderungen einher. Die Betroffene aus der Volkswagenstadt sei in der Prämenopause. „Momentan habe ich einen unregelmäßigen Zyklus, doch mit einigen Freundinnen kann ich nicht darüber reden. Meine Oma und meine Mutter haben auch nicht darüber gesprochen“, sagt die kaufmännische Angestellte und lächelt.
Die Selbsthilfegruppe startete Anfang des Jahres. Fünf Frauen haben sich in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) in der Saarstraße 10a getroffen. Doch nach und nach kamen weniger Betroffene. Die Gruppe löste sich auf. „Bei den Terminen haben wir viel gelacht und es kamen auch lustige Sprüche. Die Wechseljahre sind wichtig, aber nicht traurig“, so Anette Klarmann von der KISS. Das betont auch die Wolfsburgerin: „Ich fühle mich jetzt weiblicher als mit 35 Jahren.“Den beiden ist wichtig, dass das Thema nicht hinter vorgehaltener Hand besprochen wird. „Je selbstbewusster Frauen damit umgehen, desto mehr stärken wir uns den Rücken“, so Klarmann. Der Zyklus wird häufig noch tabuisiert, und darunter leiden manche Frauen. „Bei einer Schwangerschaft wird erzählt und viel gefragt. Ansonsten ist vieles ein Tabu: Geburt, Fehlgeburten und Schmerzen. Ich traue mich über meine Wechseljahre zu sprechen und ich hoffe, dass weitere dazu bereit sind“, so die Wolfsburgerin.
Die 51-Jährige wird manchmal von Hitzewallungen überrascht. „Manche Kollegen wissen, warum ich das Fenster aufmache oder schnell den Raum verlasse. Doch die Wechseljahre beeinträchtigen mich nicht im Job.“ Die Wolfsburgerin habe manchmal Stimmungsschwankungen oder Phasen mit Schlafstörungen. Während diese Symptome vielen geläufig sind, gibt es ebenso weniger bekannte Anzeichen wie Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme und Schwindel.
Über solche Symptome würde sich die Betroffene gerne mit anderen Frauen austauschen. Die KISS würde auch einen Frauenarzt einladen, um über die Wechseljahre zu berichten. Die Wolfsburgerin hat ihre Ernährung umgestellt, macht Sport und probiert Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine aus. „In der Gruppe kann man zum Beispiel Bücher und Rezepte austauschen. Die Wechseljahre sind ja auch eine Chance, gesünder zu leben.“
Und die Wechseljahre hätten auch ihre guten Seiten, so Klarmann: „Vermutlich werden die Frauen nicht mehr so häufig von der Periode überrascht. Zudem muss man weniger Tampons oder Binden kaufen. Deshalb sollten die Frauen symbolisch die Menstruationsartikel verbannen, um die neue Phase zu begrüßen“, sagt Anette Klarmann. Wegen des Spruches lachen die beiden Frauen wieder - und hoffen, dass bald mehr Frauen mitlachen.