Für die Sportstadt Wolfsburg sei es eine tolle Auszeichnung, mit dem VfL Wolfsburg beim „Sommermärchen in Paris“ vertreten gewesen zu sein, so Weilmann. Es gehe nicht nur um das Erreichen von Medaillen und sportlichen Höchstleistungen. „Ihr habt auch gezeigt, was es immer wieder heißt, Hindernisse zu meistern und außergewöhnliche Ziele zu erreichen. Darauf könnt ihr stolz sein und darauf sind wir in Wolfsburg sehr, sehr stolz“, lobte der Oberbürgermeister. „Die paralympischen Spiele zeigen uns, wie wichtig es ist, Vielfalt als Stärke zu begreifen und Barrieren gemeinsam miteinander zu bewältigen.“ Weilmann äußerte „tiefen Respekt“ vor der Bereitschaft von Spitzenathleten, mit Disziplin und Entbehrungen Bestleistungen zu erzielen.
„Es war das erste Mal überhaupt für uns, dass wir Athletinnen und Athleten bei den Paralympischen Spielen gestellt haben“, sagte Henning Schildmöller vom Vorstand des VfL Wolfsburg. Die Ehrung im Schloss sei eine „große Wertschätzung und Anerkennung“ der Leistungen der Sportler. Schildmöller nannte einige Erfolge der jungen Athleten: Die gerade erst 20 Jahre alt gewordene Athletin Burbulla ist in der Klasse T37 deutsche Meisterin im Weitsprung und brach im Januar den deutschen Weitsprung-Rekord. Grolla ist in seiner Klasse unter anderem Staffel-Europameister von 2018.
Grolla bezeichnete die Teilnahme an den Paralympics im Vorfeld als „größten Lauf seiner Karriere“. Im Olympiastadion von Paris verpasste der Sprinter das Finale und wurde Zehnter im Gesamtklassement. Der 23-Jährige hatte zuvor noch mit den Folgen einer Knieverletzung zu kämpfen, schaffte es aber in kurzer Zeit, sich wieder an sein Niveau heranzutrainieren. Der VfLer trat in der Startklasse T47 an, ihm fehlt der linke Unterarm.
„Jetzt zu den Leuten zu gehören, die sich mit ihren Leistungen ins Goldene Buch eintragen durften, ist eine besondere Ehre“, sagte Grolla. Von den Paralympics in Paris nehme er sehr viel Motivation für die kommenden Jahre mit. „Wenn man es da hinschafft, weiß man, wofür man das viele Training und den Verzicht auf sich nimmt. Es waren atemberaubende Momente für mich und die Familie, die mit dabei war.“
„Es ist unglaublich. Als ich mit dem Sport angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich mich mal ins Goldene Buch der Stadt Wolfsburg eintragen darf“, sagte Burbulla. Sie sei dankbar für die Wertschätzung ihrer Leistungen. Die Para-Sportlerin war mit ihrer halbseitigen Lähmung in der Klasse T37 gestartet und hatte es im Weitsprung in das Finale geschafft. Dort holte sie einen starken siebten Platz. Im Vorlauf über 100 Meter schied sie zwar aus, stellte aber eine neue Saisonbestleistung auf und wurde in dieser Disziplin Sechste.
Besonders beeindruckt habe sie das Fair Play bei den Paralympics. „Auch wenn einige Tränen vergossen haben nach dem Wettkampf: Wir haben uns alle Hand in Hand vor dem Publikum verbeugt und für die Atmosphäre bedankt.“ 70.000 Menschen im Stadion hätten nicht nur ihre eigenen Landsleute, sondern alle gleichermaßen angefeuert.