Eine Zeugin meldete am Mittwochvormittag über den Polizeinotruf, dass es in einer Nachbarwohnung zu Streitigkeiten zwischen einem Vater und seiner Tochter gekommen war. Mehrere Polizeibeamte begaben sich daraufhin umgehend zum Einsatzort und konnten den 48-Jährigen in Begleitung seiner 5-jährigen Tochter auf dem Balkon feststellen. Nach Aussagen von Zeugen soll der Mann das Kind über den Balkon gehalten haben. Auf Ansprache der Beamten zeigte sich der 48-Jährige verbal aggressiv und weigerte sich, die Wohnungstür zu öffnen.
Die Beamten konnten den Mann trotz langer Verhandlungen nicht dazu bewegen, seine Tochter freizulassen, sodass Beamte des MEK und SEK hinzugezogen wurden, berichtet aktuell24. Der psychisch auffällige Mann begab sich immer wieder auf den Balkon. Er hielt seine Tochter vor seiner Brust, wie Anwohner berichten. Zudem soll er auch immer wieder Kleidungsstücke und Gegenstände vom Balkon geworfen haben. Laut aktuell24 versuchten die Beamten, mit dem Tatverdächtigen zu verhandeln. Als dies nicht funktionierte, seien die Beamten in die Wohnung eingedrungen und konnten die Tochter unverletzt befreien. Beamte der Spezialeinheit hätten sich im gleichen Zuge auf dem Dach in Stellung gebracht. Weitere Polizistenhätten dann mit dem Mann aus der Wohnung heraus gesprochen. In einem unkonzentrierten Moment des Täters hätten die Beamten dann zeitgleich vom Dach und aus der Wohnung zugegriffen und den Mann so unter ihre Kontrolle gebracht.
Am Nachmittag wurde der Einsatz abgebrochen. Der 48-Jährige, der sich vermutlich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hatte, konnte festgenommen werden. Am späten Nachmittag wurde er in eine psychiatrische Klinik gebracht. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Die fünf Jahre alte Tochter des Mannes wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben. Auch die Sperrung auf dem Kurt-Schumacher-Ring wurde nach der Festnahme aufgehoben. Der Vorfall sorgt für Aufsehen in der Nachbarschaft.
Während des Einsatzes hatte die Wolfsburger Polizei auf X (vormals Twitter) informiert.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann sprach am Abend über eine Pressemitteilung seinen Dank an die Einsatzkräfte aus: „Bei diesem für Wolfsburg nicht alltäglichen Einsatz wurde besonnen, professionell und schnell vorgegangen. Besonders wichtig dabei ist, dass so auch die Sicherheit des betroffenen Kindes gewährleistet werden konnte. Dafür gilt unser aller Respekt und unsere Anerkennung den Beteiligten von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften.“